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Proteinreiche Reste aus Haferdrink für Milchkühe

Hafer
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Biogetreide
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Lebensmittel
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Bei der Herstellung von Hafergetränken fällt als Nebenprodukt ein nährstoffhaltiges Gemisch an. Der Haferbrei
2023
4/17/2023
Proteinreiche Reste aus Haferdrink für Milchkühe

Von Kindesbeinen an waren Milchkühe die Leidenschaft für Andrea Rahn-Farr. Deshalb hat sie nach dem Abitur Agrarwissenschaften studiert. Heute betreibt sie mit ihrem Mann, drei Kindern und fünf Mitarbeitern einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit Milchkühen, Jungtieraufzucht, Äckern und Wiesen.

Haferbrei aus der Brauerei

Vor Kurzem gab es etwas Neues auf dem Speisezettel ihrer Kühe und Andrea Rahn-Farr postete es auf der Social Media Plattform LinkedIn. Ihrem Betrieb wurde eine Lieferung "Haferpülpe" von einer Brauerei angeboten. Der Betreiber wollte einen neuen Geschäftsbereich aufbauen und ein Hafergetränk anbieten.

Im Herstellungsprozess der Hafergetränke bleibt ein proteinreicher Haferbrei übrig. Das Nebenprodukt kommt nicht mit in den Haferdrink, sondern landet irgendwo oder geht in die Tierfütterung. Die Kühe von Andrea Rahn-Farr freuten sich über die leckere Mahlzeit. Sicherheitshalber hatte die Landwirtin den Brei probiert, bevor sie ihn an ihre Damen verfütterte. Sie lobt den angenehm süßlichen Geschmack. „Hier wird deutlich, warum man Landwirtschaft als sehr komplexes System denken muss. Selbst bei der Herstellung von veganem Haferdrink landen letztendlich 60% des Urproduktes zur nachhaltigen Verwertung im Futtertrog“, kommentiert der Bayerische Bauernverband in Roth.

Kühe fressen im Stall
Der nährstoffreiche Haferrest aus der Haferdrink-Produktion wird verfüttert.

Viel Wasser wenig Hafer

Der Experte Jan Gausepohl von Gausepohl Concepts sieht es ähnlich: „Im Haferdrink sind maximal zwischen 20 und 40% des tatsächlichen Hafers drin.“ Hafer wird meist in der Mühle gereinigt sowie entspelzt und geht dann an die Hersteller der Getränke. Beim Unternehmen Peter Kölln aus Elmshorn wurde Hafermilch seit rund 10 Jahren angeboten. In der Produktion wurde dem angelieferten Hafer nach der Zerkleinerung Wasser und Ferment, das die Stärke im Hafer zum Teil zu Zucker abbaut, hinzugefügt. Dann wurden die unlöslichen Bestandteile abgeschieden und übrig blieb die süßlich schmeckende Basis für den Haferdrink. Die wässrige Brühe bekam dank Öl eine weiße Farbe und wurde dann mit weiteren Zutaten je nach Sorte abgeschmeckt, ultrahocherhitzt und verpackt.

Jan Gausepohl Protraitfoto
Jan Gausepohl ist Experte für Hafermühlen und weltweit im Einsatz

„Nur ein Teil der Nährstoffe des Haferkorns landen im Haferdrink“, sagt Jan Gausepohl. So hatte der Haferdrink von Kölln einen Eiweißgehalt von weniger als 1%. Auch für einen Biohaferdrink sind Stabilisatoren ohne Mengenbegrenzungen zugelassen und seit Anfang 2022 ist die Zugabe von Calcium mittels der Alge Lithothamnium calcareum erlaubt. Dennoch sind die pflanzlichen Alternativen zur Milch im Trend. Laut Statista lag der Umsatz 2022 bei 610 Mio. Euro allein in Deutschland.

Verdrängung des Mittelstands

Das Unternehmen Kölln bietet aktuell keinen Haferdrink an. "Bei unserem Haferdrink haben wir festgestellt, dass sich die Anforderungen der Verbraucher:innen verändert haben, so dass wir uns entschieden haben, das Produkt zu überarbeiten und neu aufzusetzen. Dafür war es notwendig, das bisherige Produkt kurzfristig vom Markt zu nehmen. Im Laufe der zweiten Jahreshälfte wird der Relaunch unser Haferdrinks abgeschlossen sein, so dass er wieder in den Supermarktregalen zu finden sein wird", so die Stellungnahme der Presseabteilung.

Auf dem Hof von Andrea Rahn-Farr ging der angelieferte Haferbrei direkt in einen Folienschlauch. Frisch verfüttern kann man ihn nicht, dazu sei er nicht haltbar genug. Deshalb wurde der Haferbrei zwei Wochen siliert, bevor er mit den übrigen Bestandteilen der Futterration den Kühen serviert wurde. Das ist nicht nur geschmacklich für die Kühe ein Genuss, so Andrea Rahn-Farr: „Aus dem Haferkorn wird beim Haferdrink viel Stärke ausgewaschen. Viel Protein verbleibt im Nebenprodukt Haferbrei. Und Proteine brauchen unsere Kühe“, erklärt sie ihren Ankauf.

Futtersuche

Leider ist das Verfüttern des Haferbreis für die Landwirtin keine langfristige Sache geworden, denn die Brauerei hat die Abfüllung wieder eingestellt. Der örtliche Händler für Tierfutter bestätigte ihr, dass der Haferbrei momentan beliebt sei, aber nicht lieferbar. Auch die großen Tierfutterhändler haben keinen Haferbrei von Herstellern der Hafergetränken oder Haferdrinkpulver im Angebot. Am Markt würden derzeit keine größeren Bestände angeboten. Da der Brei vorher siliert werden muss, seien kleinere leicht verderbliche Lieferungen für die Tierfutterhändler nicht attraktiv.

Vor allem für Biobetriebe ist der Haferbrei wertvoll, brauchen sie doch Protein für ihre Milchkühe. Viele Interessierte haben auf den Post von Andrea Rahn-Farr bei LinkedIn regiert. Ein User bedauert, dass wertvolle Proteine aus dem Hafer nicht gleich dem Menschen zugutekommen, sondern erst über einen Umweg - die Kuh.

Sehr kritisch ging die Zeitung The Telegraf Ende 2022 mit einigen Produzenten von Haferdrink um. Das Blatt warf ihnen Heuchelei vor, wenn sie Nebenprodukte der Hafergetränke an Tierhalter verkaufen. Käufer von Milchalternativen würden oft eine vegetarische oder vegane Ernährung präferieren und viele seien gegen die Nutztierhaltung oder das Trennen von Kälbchen und Mutterkuh. Für pflanzliche Drinks zahlen Konsumenten gerne schon mal den doppelten Preis gegenüber herkömmlicher Milch.

Mit zweierlei Maß

Die Hersteller Alpro und Oatly hätten indirekt die Tierhaltung unterstützt, meldete Ende 2022 das renommierte niederländische Het Financieele Dagblad, eine der ältesten Tageszeitungen des Landes. Der Marktführer bei Haferdrink, das Unternehmen Oatly, hätte in Schweden, den Niederlanden, Asien und den Vereinigten Staaten im Jahr 2021 rund 29 Mio. Liter Haferbrei an Landwirte verkauft, das entspräche ca. 36 Prozent seiner Nebenprodukte, so die Tageszeitung. Alpro verkaufte sogar an Milchbauern, die wegen angeblicher Grausamkeit ihrer Melkpraktiken bei Veganern in Verruf sind.

In einer Stellungnahme erklärt Oatly, man habe Zellstoffe als Tierfutter verkauft, aber nicht an Milchkühe: „Unsere Produkte sind so konzipiert, dass sie so viel wie möglich vom Nährwert des Hafers erhalten, aber es ist nicht möglich, jeden Teil des rohen Hafers im Endprodukt zu verwenden, sodass wir mit einem Teil der Haferfaserreste zurückbleiben.“

Prominente Werber

Die „Post-Milch-Generation“ hat bekannte Gesichter. Oatly sponserte in Deutschland die Berlinale und wirbt mit dem Motto „wow, no cow“. Das Unternehmen hat im Jahr 2021 seinen Absatz um 37,8 Prozent gesteigert. „Wenn die Menschen anfangen, weniger tierische Milchprodukte zu konsumieren, gibt es weniger Milchkühe und "Nebenprodukt"-Kälber, die geschlachtet und gegessen werden müssen“, so Oatly auf seiner Homepage.

Investoren bei Oatly waren laut Spiegel u.a. TV-Talkerin Oprah Winfrey, die Schauspielerin Natalie Portmann und der Investmentfonds Blackstone. Das Unternehmen mit Sitz in Malmö ging 2019 an die Börse und sammelte dabei rund 1,2 Mrd. US-Dollar ein. Bis heute war der Aktienkurs des Unternehmens im freien Fall und für die Anleger eher eine Enttäuschung. Eine besonders aggressive Werbung von Oatly über Nachteile der Kuhmilch wurde bereits wegen Irreführung des Verbrauchers verboten.

Sinnvolle Kreislaufwirtschaft nötig

Einige Herstellern von Hafergetränken in Deutschland teilen uns auf Anfrage mit, dass ihre Reststoffe aus der Produktion in die Tierfütterung gehen - andere möchten  nichts sagen. Händler, die gerne Reste aus der Getränkeherstellung als Tierfutter abnehmen, kennen das Problem mit dem Haferbrei. Gerade bei kleinen Chargen seien Kühlung und der Transport finanziell aufwendiger. Da lohnt oft nicht der Weg ins Tierfutter, die Reste landen auf dem Acker.

„Leute sollen Milch trinken und keine Nachbauprodukte. Aber wenn sie die pflanzlichen Alternativen trinken, dann ist es sinnvoll, dass die Nebenprodukte bestmöglich verwendet werden. Im Sinne der Nährstoffkreisläufe ist die Verfütterung sinnvoll“, so Andrea Rahn-Farr. Tiere verwandeln Restströme aus der Lebensmittelindustrie und Pflanzenproduktion schon seit Generationen in hochwertige Proteine. Das sollte so mit Käufern auch ideologiefrei kommuniziert werden.

Wer behauptet keine Rohstoffe, die sonst von Menschen konsumiert würden, für die Tierhaltung zu nutzen und es dann doch tut, schadet der Branche. Es ist unglaubwürdig, wenn Unternehmen ihre Produkte als umweltfreundlich oder nachhaltig anpreisen ohne belastbaren Angaben über die Verwertung der wertvollen Nährstoffe in den Reststoffen. Auch wer behauptet Haferdrink habe gegenüber Kuhmilch eine bessere Umweltbilanz muss den Aspekt der Verwertung der Proteine in den Haferreste bei der Rechnung mitdenken. Landen Reste sogar in Biogasanlagen oder auf dem Feld, führt das die Hafergetränke ad absurdum.

Haferdrink und Blutzucker

Das Buch "Der Glukosetrick" von Jessie Inchauspé ist in den USA der Renner und erobert gerade die Bestsellerlisten in Europa. Ein neuer Ernährungstrend und ein Abgesang auf Haferdrink. Die französische Biochemikerin Jessie Inchauspé erklärt in ihrem Buch, welche Funktion Insulin im menschlichen Körper hat. Vor allem Kohlenhydrate spielen in der Ernährung eine besondere Rolle, so die Autorin, da sie den Blutzuckerspiegel beeinflussen.

Bei ihrer Ernährungstheorie greift die Autorin auf eigene Erfahrungen zurück. Sie war selbst schwer erkrankt und musste sich in dieser Zeit intensiv mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Als sie ihren Blutzucker regelmäßig kontrollierte, entdeckte sie eine Korrelation zwischen den Blutzuckerspitzen und der Stärke ihrer Krankheitssymptome. „Ich habe erkannt, dass sich meine psychische Gesundheit verbessert, wenn ich die Spitzen vermeide“, erinnert sich die Autorin.

Jessie Inchauspé rät ab vom Haferdrink

Jessie Inchauspé geht in ihrem Buch auch auf das Thema Haferdrink ein und hat mit ihrer These dazu bereits für einige Aufregung gesorgt. Haferdrink sei zwar eine gute Alternative zu herkömmlicher Milch für Menschen mit Laktoseintoleranz und sei in der Regel fettärmer als Kuhmilch, so die Biochemikerin, aber Haferdrink und vor allem Sorten mit zugesetztem Zucker können die Insulinreaktion im Körper negativ beeinflussen: „Im Vergleich zu Kuhmilch bewirkt Haferdrink bei den meisten Menschen einen hohen Glukosesspitze“. Die Autorin empfiehlt zu verzichten oder beim Kauf auf zuckerarme Varianten zu achten.

Wenn Kohlenhydrate im Körper zu Zucker umgewandelt werden, steigt der Blutzuckerspiegel an, und der Körper produziert Insulin, um den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Wenn dies über einen längeren Zeitraum hinweg geschieht, kann dies dazu führen, dass die Zellen im Körper gegenüber Insulin resistent werden. Eine gestörte Insulinreaktion im Körper kann zu Übergewicht, Diabetes und Herzkreislauf-Erkrankungen führen.

Low Carb vs. High Carb

Ob der Glukosetrick ein Trend wird, bleicht abzuwarten. Wir verfolgen bis dahin erstmal die Diät des Weltbäckers Axel Schmitt. Der Bäckermeister macht gerade eine Brotdiät. Er setzt auf gutes Brot und langkettige Kohlehydrate, um abzunehmen. Er hält nichts von Low Carb Diäten und will beweisen, dass Menschen durch Brot nicht dick werden, im Gegenteil. Diese Kohlehydrate sind Teil einer gesunden Ernährung.

Ein Bäcker zeigt auf seine Taille
4. Axel Schmitt reduzierte mit seiner High-Carb-Brotdiät sein Gewicht um 12,8kg und gewann am 14. April die Diät-Challange gegen den Sänger der Band Hämatom, der mit seiner Low-Carb-Diät nur knapp 4kg verlor

Zusammen mit der Ökotrophologin und Ernährungsexpertin Dr. Bergmann will er mit dem Mythos aufräumen, dass Diäten nur ohne Kohlenhydrate wirken. Bis Mitte April sollen 10 Kilos purzeln und seinen Körper noch mehr in Form bringen. Wir trafen ihn Ende März, da hatte er bereits 9,5 Kilogramm ohne Hungern abgenommen. Er sprühte vor Energie und ist jetzt gespannt, ob er seine Wette gewinnt. Wir bleiben dran und folgen seiner Diät und den Brotrezepten zum Abnehmen auf seiner Homepage Bäckerei-Schmitt.de oder Instagram @axelschmitt_brotsommelier.

Jessie Inchauspé, "Der Glukose-Trick: Schluss mit Heißhunger, schlechter Haut und Stimmungstiefs - Wie man der Achterbahn des Blutzuckerspiegels entkommt", Wilhelm Heyne Verlag München 2022
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Niedersachsen

Geschichte und Zukunft der MIAG

Anlagenbau
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Braunschweig ist berühmt wegen seines Mühlenbaugewerbe. Begonnen hat die Geschichte in Wolfenbüttel.
2023
3/18/2023
Geschichte und Zukunft der MIAG

Die Engländer brachten die Industrialisierung und die in ihrem Land verwendete neuzeitliche Mühlentechnik nach Norddeutschland. In den 1830er Jahren lieferten sie die Technik für die ersten Eisenbahnen nach Mitteleuropa und bauten 1838 mit an der ersten Staatseisenbahn auf deutschem Boden, die von Braunschweig nach Wolfenbüttel verkehrte.

Mühlenbau aus England

Zwei bemerkenswerte Mühlen der Region fielen in diese Bauzeit und stammten ebenfalls aus englischer Hand: 1832 erbauten englische Mühlenbauer für die Braunschweiger Kaufleute Gebrüder Haase eine automatisierte Getreide- und Ölmühle mit Dampfbetrieb. 1837 ließen die Verlegerbrüder Vieweg in Wendhausen vor Braunschweig eine Wassermühle mit drei Mahlgängen zu einer Papiermühle umbauen. In ihr kam eine der ersten Wasserturbinen sowie eine von der Firma Köchlin in Mülhausen/Elsass gefertigte Papiermaschine zum Einsatz. Auf Reisen nach Manchester und Leeds lernten die beiden Verleger verschiedene Maschinenbaubetriebe kenne, die im Mühlenbau arbeiteten. Als Ersatz für die alte Getreidemühle ließen sie eine Windmühle vor dem Ort bauen, deren technische Ausstattung in England gefertigt wurde. Es handelte sich um eine Holländerwindmühle mit fünf statt der üblichen vier Flügel und einer sich mittels Windrose automatisch in den Wind stellenden Kappe. Während die Dampfmühle der Gebrüder Haase längst Geschichte ist, kann man die fünfflügelige Windmühle in Wendhausen als funktionsfähige Schauanlage bewundern.

Vom Müllergesellen zum Mühlenbauer

In dieser Zeit kam ein junger, am Mühlenwesen sehr interessierter Mann nach Braunschweig, der 1813 in Halberstadt geborene Gottlieb Luther. Bei seinem Vater hatte er in der Amtsmühle in Röderhof eine Müllerlehre absolviert, bevor dieser sich in Halberstadt als Mühlenbauer selbstständig machte. Gottlieb Luther kam 1833 als Müllergeselle in die Wassermühle Rüningen vor Braunschweig zu Müllermeister Rute. 1836 wechselte er zu den Gebrüdern Haase in deren Dampfmahl- und Ölmühle er einiges über die englische Mühlentechnik lernte und sich bei Mühlenbauarbeiten beteiligte. 1835 erhielt er einen Lehrbrief zum Müllergesellen von der kurz zuvor gegründeten Braunschweiger Müllergilde. Vermutlich hat er in der Zeit die neuartige Windmühle in Wendhausen besichtigt, denn sein Interesse für den Windmühlenbau wurde immer markanter. Mit seinem Wissen über den Mühlenbau errichtete er als selbstständiger Mühlenbauer 1842 eine Holländerwindmühle als Knochenmühle für den Salmiakfabrikanten Willies am Braunschweiger Madamenweg und 1843 die Lohmühle vor Eisenbüttel für die Braunschweiger Lohgerbergilde.

Man sitzt in historischer Windmühle
Mühlenbauer Rüdiger Hagen in der historischen Mühle Paula in Steinhude

Heirat und Firmengründung

In Königslutter erneuerte und verbesserte Gottlieb Luther die technischen Ausstattungen von Öl- und Graupenmühlen, u. a. für den Müllermeister Schaper, dessen Tochter er 1846 heiratete. Nach der Hochzeit gründete er in der Wolfenbütteler Okerstraße eine eigene Mühlenbaufirma. In dieser „Gründerzeit“ war er verantwortlich für den Bau einer großen Holländerwindmühle in Clausthal-Zellerfeld im Harz. Hier verwendete er bereits viele Maschinenbauteile aus Gusseisen, die statt aus England aus der heimischen Industrie stammten.

1849 folgte eine weitere große Holländerwindmühle für den Müller Grote in Stroit bei Einbeck. Nun begannen die Schwierigkeiten für Gottlieb Luther. Die beengte Lage seiner Firma in der Okerstraße war das eine, die Nichtgenehmigung für eine eigene Gießerei an diesem Standort das andere. Luther war auf die Zulieferung von großen Gusseisenteilen durch andere Firmen angewiesen und wollte die Teile gerne selbst herstellen. Häufig taucht in Dokumenten aus dieser Zeit die Carlshütte in Delligsen als Zulieferbetrieb auf. Erst als Luther mit seiner Betriebsverlegung nach Oschersleben drohte, willigte der Wolfenbütteler Magistrat ein und genehmigte ihm den Bau der Gießerei mit der Auflage ausschließlich Maschinenteile für seinen Mühlenbau herzustellen. Durch die Lage war eine weitere Betriebsvergrößerung nicht möglich.

Erste Deutsche Mühlenbauanstalt

1852 erwarb Gottlieb Luther zusammen mit Anton Carl Peters, dem Sohn einer wohlhabenden Müllerfamilie aus Sickte, ein Grundstück hinter dem Wolfenbütteler Bahnhof am Schulwall. Darauf gründeten und errichteten beide die „Erste Deutsche Mühlenbauanstalt“, die unter dem Namen Luther & Peters firmierte. Der Titel „Erste Deutsche Mühlenbauanstalt“ war richtig ausgedrückt, denn unterschied sich diese Firma deutlich von allen anderen, rein handwerklich geprägten Mühlenbaufirmen jener Zeit. Zum ersten Mal unterschied man nun in der heimischen Mühlenbaugeschichte unter den Angestellten in Berufs- und Lohngruppen. Es waren Techniker, Ingenieure, Handwerker, Lageristen, Zeichner, Buchhalter und Tagelöhner. Die Firma war in der Lage, eine Mühle ohne Unterstützung durch Fremdunternehmen zu errichten.

Turbinenbau

Die Serienfertigung von Wasserturbinen und Müllereimaschinen und die Fertigung von Gewerken für die Spezialmüllerei, z. B. für Ölmühlen oder Sägewerke, waren die Stärke der Firma. Von der „Ersten Deutschen Mühlenbauanstalt“ ist das repräsentative Bürogebäude am Wolfenbütteler Schulwall erhalten geblieben.

Wolfenbüttel war in jenen Jahrzehnten zu einer Hauptstadt des Mühlenbaus in Europa geworden. Außer Luther & Peters gab es noch die Mühlenbauanstalt und Maschinenfabrik von Julius Kissel (1856) und die Mühlsteinfabrik von Greiner & John (1876). Als die ersten Walzenstühle aufkamen, was die markanteste Entwicklung in der Getreidemüllerei darstellte, trennten sich Luther & Peters im Jahr 1875. Denn schon 1871 hatte Anton Carl Peters zusammen mit dem Wolfenbütteler Buchhändler Ludwig Holle die Gießerei „Königshütte“ in Bad Lauterberg am Harz gekauft. Diese früher dem Hannoverschen Staat (daher der Name „Königshütte“) gehörende Fabrik stellte in der Hauptsache Kunstguss her und fiel nach der Annexion Hannovers 1868 an den Preußischen Staat, der die Fabrik verkaufte. Peters baute die Königshütte zu einer Maschinenfabrik und Mühlenbauanstalt um und errichtete dort als zweiten Geschäftsbereich eine Getreidemühle. Die gesamte Fabrikanlage und auch die Mühle sind heute noch als technisches Denkmal erhalten. Die Schwierigkeiten, die aus der Arbeit Peters an zwei Standorten erwuchsen, an dessen einen Standort Luther keine Anteile hatte, führten zur Trennung der beiden Geschäftspartner im Jahre 1875.

Historische Windmühle
Der Erdholländer Paula in Steinhude mahl und verkauft noch heute sein Mehl

Umzug nach Braunschweig

Zusammen mit seinem Sohn Hugo verlegte Gottlieb Luther seine Firma zunächst in die Helenenstraße nach Braunschweig. Dort traf er zwei Entscheidungen, die die Entwicklung der Braunschweiger Mühlenbauindustrie maßgeblich prägte: 1878 begann er mit dem Aufbau einer großen Mühlenbaufirma für seinen Sohn Hugo in der Frankfurter Straße und erwarb von der Müllerfamilie Rute die Rüninger Mühle, die er für Versuchszwecke bzw. zum Ausprobieren neuer Müllereimaschinen nutzen wollte. Gottlieb Luther starb am 10. April 1879 in Braunschweig. Er gilt mit seinem konsequenten Wirken als Begründer der Braunschweigischen Mühlenbauindustrie.

Nach seinem Tod führte Hugo Luther die Firma weiter, während die Rüninger Mühle an eine Erbengemeinschaft fiel. In dieser Zeit wurden in Ungarn die Walzenstühle perfektioniert und zur Serienreife gebracht. Folgerichtig erwarb sich Hugo Luther vor Ort Kenntnisse über diese Maschinen und die Mahlverfahren der „Österreichisch-Ungarischen Hochmüllerei“. 1883 übernahm er dann die Vertretung der Firma Ganz in Budapest bzw. Ratibor, damals der führende Hersteller im Walzenstuhlbau. Er ging noch einen Schritt weiter, in dem er die Gebrüder Berkenbusch als Teilhaber gewann und mit deren Kapital die Rüninger Mühle zurückkaufte, die dann den Betrieb der Mühle übernahmen. 1885 errichteten Berkenbusch und Luther neben der Rüninger Mühle eine Werkstatt und erprobten und verbesserten die Walzenstühle von Ganz aus Ratibor. 1888 wurde die Firma eine Kommanditgesellschaft, was das Wachstum vereinfachte.

Mann im Dach einer historischen Windmühle
Rüdiger Hagen ist an allem Historischen zum Mühlenbau interessiert und betreibt ein Mühlenmuseum

Plansichter aus Ungarn

Es war erneut die Budapester Firma Ganz, deren Ingenieur Carl Haggenmacher 1888 den Urtyp des Plansichters erfand. Und wieder war es Luther, der zusammen mit seinem leitenden Angestellten, Walter Konegen an der Verbesserung dieser Siebmaschine arbeitete. Von Ganz hatte Luther zuvor die Lizenz für das Haggenmacher`sche Patent erworben. Und als man ihn 1893 mit dem Neubau der Rüninger Mühle betraute, sollte diese die erste Anlage sein, bei der die Mehlsichtung ausschließlich durch Plansichter erfolgte.

Nun kamen unruhige Zeiten für Hugo Luther. Seit 1890 war er mit dem Großprojekt der Donauregulierung befasst und hielt sich in Rumänien und Ungarn auf. Zeitgleich errichtete er Getreidespeicher und Verladeanlagen für die Rumänische Staatseisenbahn. Das Projekt wurde von der Berliner Diskonto-Gesellschaft finanziert, welche Luther 1891 den Ingenieur Lemmer als Gesellschafter und Direktor vorsetzte. Dies führte dazu, dass die drei Kommanditisten Carl Giesecke, Ernst Amme und Julius Konegen 1894 aus dem Werk austraten und in der Roßstraße eine eigene Mühlenbaufirma gründeten (A.G.K, Amme, Giesecke & Konegen).

Walzenstühle aus Braunschweig

Von seinem Vater hatte Julius Konegen die Entwicklung des Plansichters übernommen und führte sie bei A.G.K. fort. Gleich nach Firmengründung nahm A.G.K. den Walzenstuhlbau auf und brachte die Modelle A und B auf den Markt. Es waren völlig neu gestaltete Konstruktionen, bei denen die Walzen nicht wie damals üblich in gleicher Ebene hintereinander (Horizontalwalzenstuhl), sondern platzsparender diagonal höhenversetzt, fast übereinander lagen. Luther reagierte darauf, als er 1897 die Mühlenbaufirma Seck in Darmstadt übernahm. Ein Jahr später wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Hugo Luther starb bereits 1901 und überlebte seinen Vater damit nur um 22 Jahre. Zunächst wurde die Firma von ihrem Direktor Lemmer geführt, erst 1909 übernahm Dr. Gerhard Luther, einer der beiden Söhne von Hugo Luther, nach abgeschlossener Ausbildung und Dissertation die Mitleitung.  1912 machte er sich aber als Ingenieur selbstständig und gründete zusammen mit der Mühle Rüningen die Roggenmühle in Braunschweig-Lehndorf. 1914 übernahm Dr. Luther die Leitung der Mühlenbaufirma Seck in Dresden und ließ bis 1917 im benachbarten Zschachwitz eine neue Fabrik errichten, in der in der Hauptsache Walzenstühle produziert wurden.

Gründung der MIAG

Wenige Jahre später erfolgte in Frankfurt bzw. Braunschweig die Gründung der einstmals weltgrößten Mühlenbaufirma MIAG (Mühlenbau- und Industrie AG). 1921 hatte Dr. Greffenius als Eigentümer des gleichnamigen Frankfurter Mühlenbaunuternehmens die Aktienmehrheit der Mühlenbaufirmen Luther und A.G.K. in Braunschweig, Kapler in Berlin und Seck in Dresden erworben und in Frankfurt eine Dachgesellschaft unter dem Namen „Mühlenbau- und Industrie AG“ gegründet. Seit 1922 firmierte die Firma unter ihrer Kurzbezeichnung MIAG. Bis 1925 haben die fünf beteiligten Firmen weiter selbstständig agiert, dann aber endgültig fusioniert und als Verwaltungssitz wurde Braunschweig gewählt.

Der Beginn war schwierig. 1927 legte man deswegen das frühere Kapler-Werk in Berlin und das Greffenius-Werk in Frankfurt still. Walzenstühle wurden im Werk Dresden (Zschachwitz und Schmiedeberg) und Plansichter im Werk Braunschweig hergestellt. Im Walzenstuhlbau erlangte die MIAG bald eine unanfechtbare Vorrangstellung. Das erste Walzenstuhlmodell „GN“ gilt heute noch als der bekannteste Walzenstuhl aller Zeiten. In zahlreichen Mühlen sind diese Maschinen heute noch immer im Einsatz. Das Gleiche gilt für das Nachfolgemodell „HN“, welches ab 1929 hergestellt wurde.

1935 erwarb H. Lerch die Aktienmehrheit und damit den Vorstandsvorsitz der MIAG. Er war zuvor für die Hanomag in Hannover tätig gewesen. Unter ihm kommt es zu Neuregelungen, da das Werk in der Zeit der Weltwirtschaftskrise und unter der Nationalsozialistischen Regierung in Schwierigkeiten geraten war. 1941 wurde der Firmenteil Luther aus der MIAG herausgelöst und wieder eigenständig. Eine weitere Zäsur für die Firma brachten dann die Kriegsjahre 1939 bis 1945. Das Werk in Braunschweig wurde 1945 schwer beschädigt und das Werk in Dresden fast vollständig zerstört. Ab 1945 wurde die gesamte Produktion vom MIAG-Werk in Braunschweig übernommen. 1947 wurde das Werk in eine GmbH umgewandelt.

Seit 1955 gab es mit der MIAG Nordamerika eine Tochtergesellschaft in Minneapolis. In diesen Jahren wuchs die MIAG wieder zur größten Mühlenbaufirma der Welt mit zahlreichen Auslandsniederlassungen. Dennoch geriet die Firma ab Ende der 1960er-Jahre in Schieflage. 1972 übernahm die Firma Bühler aus Konstanz, ein Tochterunternehmen der Bühler AG aus Uzwil / Schweiz, alle Geschäftsanteile der MIAG, die ab 1973 unter der Bezeichnung Bühler-MIAG firmte. Seit 1989 ist der Name MIAG endgültig aus der Firmierung verschwunden, das Werk heißt jetzt Bühler GmbH, Braunschweig.

Historische Ausgabe von Der Mühle
Die Ausgabe Der Mühle von 1953 hatte eine Werbung der MIAG auf dem Titel
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MIAG - Fortsetzung der Tradition

Anlagenbau
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Die MIAG GmbH wurde im Jahr 2020 neu gegründet, um die Tradition der altehrwürdigen MIAG wieder aufleben zu lassen.
2023
3/17/2023
MIAG - Fortsetzung der Tradition

„Ich habe es erst geglaubt, als ich die Urkunde per Post zugestellt bekam“, erinnert sich Paul Bruckmann an das Jahr 2019, in dem er den Markennamen der MIAG übernahm. Heute kann er sein Glück immer noch kaum fassen: „Wieso der Markennamen MIAG frei wurde, kann ich mir nicht erklären.“ Paul Bruckmann hatte die Übernahme der Marke nicht geplant, es war für ihn ein glücklicher Zufall.

Der CEO eines Mühlenbauunternehmens
Paul Bruckmann ist CEO von Mühlenbautechnik Bruckmann

Unternehmer Paul Bruckmann ist nicht nur Eigentümer von Mühlenbautechnik Bruckmann, sondern auch an allem Historischen zum Mühlenbau interessiert. Er betreibt eine Museumsmühle und sammelt alte Dokumente und Bücher. Seine ältesten Ausgaben hat er geschenkt bekommen. Es sind zwei Enzyklopädien über den Mühlenbau von 1812. Diese Bücher sind noch auf Pergament gedruckt. Über sein Interesse hat er viele Kontakte zu Menschen, die ebenfalls mit der Geschichte der Müllerei vertraut sind. „Irgendwann habe ich durch Zufall erfahren, dass die Verlängerung der Markenrechte der MIAG überfällig ist“, erzählt der Unternehmer. Er fragte gleich beim Deutschen Patent- und Markenamt nach. Und tatsächlich waren die Rechte am Namen MIAG wieder frei. Der Vorbesitzer hatte die Fristen zur Verlängerung ablaufen lassen.

Urkunde zu Markenrechte MIAG

Die Marke MIAG ist weltweit bekannt und steht für höchste Qualität im Mühlenbau. In vielen Betrieben sind Maschinen aus der Braunschweiger Produktion seit Jahrzehnten zuverlässig im Einsatz.

Nur mit Anwalt

Über einen Rechtsanwalt beantragt Paul Bruckmann die Rechte. Ganz einfach war das nicht und die Übertragung des Markennamens ist an Auflagen gekoppelt. So gibt es beispielsweise eine Frist, innerhalb derer die Verwendung des Namens nachgewiesen werden muss. „Sicher ist sicher“, dachte Paul Bruckmann und beantragt gleichzeitig die Rechte am Namen MIAG für die EU, die Schweiz und die Türkei. Insgesamt war die Übertragung der Namensrechte ein Investment von einigen Tausend Euro. Die sich aber gelohnt haben. „Es war für mich etwas ganz Besonderes den Namen MIAG zu erwerben. Es hat mich schon etwas stolz gemacht“, so Paul Bruckmann. Damit er die Rechte nicht verliert, hat er die ganze Verwaltung der Markenrechte an einen Patentanwalt übergeben: „Er erinnert uns alle 10 Jahre an die Verlängerung“, erzählt Paul Bruckmann.

Grundsätzlich ist der Mühlenbauer viel im Ausland unterwegs und muss dort bei Müllern immer wieder die Geschichte erzählen, wie er den Namen MIAG übernommen hat. „Es glaubt einem niemand, dass man den Namen einfach beantragen konnte“. Der Name MIAG ist für die Mühlenbranche ein Aushängeschild, denn die MIAG hat dazu beigetragen, die Effizienz und Qualität von Mühlen und Getreidetechnik zu verbessern und die Herstellung von Mehl und anderen Getreideprodukten zu erleichtern.

MIAG Aktiengesellschaft Braunschweig

Die MIAG (Maschinenbau- und Industrie-Aktiengesellschaft) hat eine lange Geschichte und ging aus verschiedenen Firmen hervor. 1921 wurde die MIAG gegründet. Die Abkürzung "MIAG" steht für "Mühlenbau und Industriebedarf AG". Das Unternehmen hatte seinen Hauptsitz in Braunschweig und produzierte zunächst Dampfmaschinen und Maschinen für die Landwirtschaft. Später spezialisierte sich MIAG auf den Bau von Mühlen und Getreidetechnik.

In den 1920er-Jahren expandierte MIAG international und eröffnete Zweigstellen in Argentinien, Brasilien, Kanada, den USA und anderen Ländern. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte MIAG auch Rüstungsgüter und beschäftigte Zwangsarbeiter. Nach dem Krieg wurde MIAG ein Teil der deutschen Industrieholding GEA (Gesellschaft für Entstaubungsanlagen) und konzentrierte sich auf den Bau von Mühlen und Getreidetechnik. 1972 übernahm die deutsche Tochter der Bühler AG, Uzwil, alle Geschäftsanteile des Unternehmens. Die MIAG wurde in Bühler-MIAG umbenannt und ist heute Teil der Bühler Group.

Neugründung der Marke

Zum 100sten Jahrestag der Gründung der MIAG AG hob Paul Bruckmann die MIAG GmbH aus der Taufe. Miteigentümer sind neben seinem langjährigen Mitarbeiter Frank Iftner seine beiden Söhne Robin und Felix Bruckmann.

Die MIAG GmbH produziert und liefert Maschinen für die Müllerei und Schüttgut verarbeitende Betriebe. Die Maschinen sind vielseitig einsetzbar und passen für jede Betriebsgröße: Von kleinen Sondervermahlungen bis hin zu großen Industriebetrieben. Egal ob in der Nahrungsmittelproduktion (Getreide, Hülsenfrüchte, Leguminosen), in Sondervermahlungen, der Faserstoffherstellung oder weiteren Schüttgut verarbeitenden Industrien.

Pünktlich zum 25-Jährigen Jubiläum der Fa. Bruckmann sowie zum 100-jährigen Bestehen der Marke MIAG wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde im historischen Ambiente der neue MIAG-Walzenstuhl „VWSE“ enthüllt. In Anlehnung an die historische Farbgebung erhalten die Maschinen der MIAG GmbH den Grundton “Signalweiß” ergänzt mit „Rubinrot“. Der modular aufgebaute Walzenstuhl ist dabei gleichermaßen für kleine Handwerksmühlen wie auch für große Industriemühlen geeignet. Der erste Walzenstuhl dieser Serie mit der neuen Walzenstuhlsteuerung „rollOS“ geht Anfang des Jahres in einer der größten Mühlen Süddeutschlands in Betrieb.

Ausgabe von 1953 der MÜHLE
Ausgabe von 1953 DER MÜHLE
Altes Portrait
Gottlieb Luther
Alter Stich eines Fabrikgebäudes
Foto Mühlenmaschine
MIAG-Walzenstuhl Modell GN
MIAG - Fortsetzung der Tradition
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Mit Social Media Auszubildende finden

Ausbildung
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Die Saalemühle und die Dresdener Mühle haben einen gemeinsamen Instagram-Account und posteten dort bereits 336 Beiträge.
2023
3/16/2023
Mit Social Media Auszubildende und Mitarbeiter finden

 M+M: Weshalb sind die beiden Mühlen der Familie Gutting auf Social Media aktiv geworden? Was haben Sie sich davon versprochen?

Jonathan Gutting: Die Hauptgründe dafür waren der Fachkräftemangel und die Ausbildungssituation. Wir mussten aktiv werden und uns auf dem Arbeitsmarkt besser aufstellen. Unser Ausbildungsangebot war qualitativ schon entschieden angehoben, half aber nicht dabei, Auszubildende zu finden. Um an junge Leute heranzukommen, wollten wir unsere positiven Werte als Arbeitgeber deutlicher nach außen kommunizieren. Wir sind bei Instagram gestartet mit den typischen Anfangsproblemen. Es war mühsam und erst mal wenig erfolgreich, bis wir unsere Linie gefunden haben. Während meiner Ausbildung in der Saalemühle habe ich mich intensiv um die Plattform gekümmert. Mittlerweile bin ich im Studium und nur noch beratend dabei. Den ganzen Content produzieren die Auszubildenden.

M+M: Wie sind Ihre Erfahrungen? Hat sich der Zeitaufwand gelohnt?

Jonathan Gutting: Es läuft wirklich überraschend gut. Es sind kreative Köpfe dabei, die sich richtig reingearbeitet haben und das Angebot hat sich zu einem Selbstläufer entwickelt. Wir merken, dass wir in der Region nun bekannter sind. Von Bewerberinnen und Bewerbern gibt es die Rückmeldung, dass sie auch über Social Media auf uns aufmerksam geworden sind.

M+M: Sie sagten auch über Social Media seien Kandidaten zu Ihnen gekommen. Was hat denn noch den Ausschlag gegeben?

Jonathan Gutting: Ich führe die Bewerbungen nicht ausschließlich auf Social Media zurück. Wir haben gleichzeitig viele andere Aktivitäten hochgeschraubt. Wir sind auf Berufsbildungsmessen gegangen und haben dort ebenfalls unseren Auftritt verbessert. Wir haben Schulen besucht oder Schulklassen zu uns in die Mühlen eingeladen. Wir sind insgesamt präsenter und suchen aktiv den direkten Kontakt. Social Media allein wird am Ende junge Leute nicht zu einer Bewerbung motivieren. Es braucht ein Gesamtpaket. Wir treffen Schüler auf Messen und dann sagen die sich: Hey, das hat sich cool angehört, da gucke ich gleich mal auf Social Media. Dort sehen sie, dass wir das Erzählte im Unternehmen tatsächlich umsetzen.

M+M: Wie hoch ist der Aufwand, wenn man einen guten Social Media Auftritt haben möchte? Und kann das jeder machen?

Jonathan Gutting: Der Aufwand ist größer, als man denkt. Ich wollte es damals neben der Ausbildung machen, habe aber schnell erkannt, dass es nicht geht. Es ist zu viel zu tun. Vom Planen und Entwickeln bis zur Umsetzung. Der Content also Fotos, Videos und Texte müssen genau auf die Zielgruppe zugeschnitten sein und produziert werden. Wir machen drei Beiträge pro Woche für Instagram und den unterhaltsamsten Beitrag posten wir noch bei TikTok. Und nicht zu vergessen: Auf die Kommentare unter den Posts müssen wir antworten, ebenso wie auf die Nachrichten an den Account. Bei dem ganzen Aufwand tendiere ich dazu, diese Aufgabe in eine zentrale Hand zu geben. Am besten jemand, der sich auskennt und Social Media versteht. In der Summe sind sechs unserer Auszubildenden aus beiden Mühlen heute - neben ihrer eigentlichen Ausbildung im müllerischen oder kaufmännischen Bereich - damit beschäftigt.

Schüler beobachten eine Maschine
Die Schüler besuchen die Saalemühle und interessieren sich für eine Ausbildung als Müller

M+M: Kann das überhaupt eine kleinere Mühle stemmen?

Jonathan Gutting: Es ist leichter, so etwas in größeren Strukturen umzusetzen. Wenn allerdings jemand im Betrieb da ist, der Spaß an Social Media hat, würde ich Social Media Präsenz empfehlen. Diese muss nicht aufwendig gepflegt sein, ein Beitrag pro Monat - zugeschnitten auf die Zielgruppe - reicht für den Anfang. Die Präsenz auf den Plattformen ist wichtig für junge Leute. Sie suchen keinen Arbeitgeber über die Website. Der natürlichere Weg für sie ist der über Social Media. Wie gesagt: Social Media ist unterstützend, denn aus meiner Erfahrung ist das Wichtigste immer noch der persönliche Kontakt auf Messen und in Schulen.

M+M: Wenn eine Mühle Social Media nutzen möchte, welchen Kanal empfehlen Sie? Und wie sollten Beiträge auf Social Media aussehen, was ist dabei wichtig?

Jonathan Gutting: Facebook empfehle ich nicht. Wir betreiben Facebook nur nebenbei. Alles, was auf Instagram gepostet wird, übernehmen wir genau so auf Facebook. TikTok ist zu jung und verspielt. Es dient nicht so als Website-Ersatz wie Instagram. LinkedIn ist eher geeignet für die Suche nach Fachkräften. Wenn es um Azubis geht, sehe ich das größte Potenzial bei Instagram.

Das Gebäude der Saalemühle
Die Saalemühle in Sachen Anhalt

M+M: Kann man sich mit Instagram auch lokal im Ausbildungsmarkt positionieren?

Jonathan Gutting: Auf Instagram hat man die Möglichkeit, regional zu werben und mit Nutzern in der Region zu interagieren. Hat man das Ziel als Account schnell zu wachsen, dann ist TikTok definitiv gerade angesagt. Aber dann wachse ich, weil ich den Leuten Spaß bereite. Ich unterhalte ganz Deutschland oder die Welt, aber das bringt mir als Mühlenbetrieb nichts, wenn ich Nachwuchs suche. Wer regional stark vernetzt sein möchte, der geht auf Instagram. Bei der Suche nach Auszubildenden ist auch entscheidend, wer das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber präsentiert. Am besten sind natürlich passend zur Zielgruppe jüngere Mitarbeiter, die gerne vor der Kamera agieren.

M+M: Was raten Sie Mühlen, die sich über Social Media ein bisschen bekannter machen möchten. Haben Sie dafür Tipps?

Jonathan Gutting: Ja, da ist Social Media eine schöne Sache zum Verkaufen. Weniger für Geschäftskunden, aber für Mühlenläden sehe ich viele Möglichkeiten. Die Kunst dabei ist es, seine Informationen unterhaltend zu verpacken. Und dabei Aufwand und Nutzen ins Gleichgewicht zu bringen. Dies ist nicht einfach, denn so ein Auftritt nimmt schnell große Dimensionen an. Aber definitiv kann er helfen, um sich bekannter zu machen.

M+M: Was meinen Sie mit Unterhaltung und Information?

Jonathan Gutting: Ich glaube, dass die Mühlenbranche sehr viel Potenzial hat. Wir haben viele positive Werte, die zu wenig nach außen getragen werden. Die wir aber für das Personal Recruiting nutzen könnten. Die wenigsten Mühlen haben einen Social Media Account und wenn sie einen haben, ist oft nicht klar, welches Ziel dort verfolgt wird. Möchte man sich bekannter machen? Oder etwas verkaufen? Oder Personal finden?

Erst sollte man überlegen, was man erreichen möchte. Als Nächstes muss man schauen, ob jemand im Betrieb das umsetzen kann. Am Ende braucht es immer eine Person, die einfach Spaß an dieser Aufgabe hat. Und der ganze Betrieb muss den Account ernst nehmen und die Aktivitäten dort genauso planen wie zum Beispiel eine Investition. Dann darf der Account nicht zu einer reinen Informationsquelle werden. Es reicht nicht, in Artikeln über Maschinen und Technik zu informieren. Das Angebot dort sollte die Zielgruppe ansprechen und die will unterhalten werden. Auf unserem Instagram-Account sehen Sie zwar arbeitsbezogene Sachen, aber es sind lustige Aktionen. Subtil wird so vermittelt: Hey, das ist ja ein guter Arbeitgeber. Wenn der Spaß bei der Arbeit rübergebracht wird, dann kann Recruiting funktionieren. Dafür braucht es eine Strategie und Planung. Einfach einen Account aufmachen und sagen: Wir sind ein toller Arbeitgeber, das reicht nicht.

M+M: Mit Spaß und Unterhaltung subtil seine Message rüberbringen – das ist nicht einfach. Und nicht jeder hat den Mut, sich vor die Kamera zu stellen. Was halten Sie davon für einen Social Media Auftritt eine Agentur in der Region zu beauftragt und das Ganze auszulagern?

Jonathan Gutting: Das ist eine gute Frage. Wir hatten mal eine Agentur. Wenn Sie unseren Account bei Instagram durchscrollen, dann kommt irgendwann ein Teil, der nur aus Getreide, Traktoren und Mähdreschern besteht. Das war die Zeit, als wir Social Media ausgelagert hatten. Eine Agentur hat für uns den ganzen Content produziert. Die Kreativen kamen dazu einmal im Monat in die Mühle. Für unser Ziel Recruiting und Personalsuche hat das aber letztendlich überhaupt nichts gebracht. Das große Problem beim Auslagern ist, dass der Content von Menschen gemacht wird, die uns als Arbeitgeber gar nicht verstehen. Die wissen nicht, was für Werte hinter dem Unternehmen stehen und wie man die kommuniziert. Sie bekommen auch nicht mit, wenn spontan etwas im Unternehmen passiert. Etwa wenn eine Mitarbeiterin Geburtstag und die Kollegen sie überraschen mit einer Feier und das auf Social Media posten. Vielleicht funktioniert das mit einer Agentur, die ganz genau weiß, was sie macht und sich in das Unternehmen hineinversetzen kann. Prinzipiell würde ich aber eher davon abraten.

M+M: Also im Zweifel doch lieber Social Media auf die lange Bank schieben?

Jonathan Gutting: Ein Glücksfall ist sicher, dass wahrscheinlich gerade bei einigen Familienunternehmen in der Müllerei junge Leute nachwachsen, die mit Social Media groß geworden sind. In meiner Berufsschule sind einige Mitstudenten, die den Social Media Account für den elterlichen Betrieb aufgesetzt und hochgezogen haben. Das in der eigenen Hand zu halten und sein Gesicht zu zeigen, ist natürlich am besten. Noch besser ist es, wenn der Unternehmer oder Geschäftsführer selbst das Gesicht des Unternehmens auf Social Media ist. Das ist unschlagbar. Weil niemand so das Gefühl und diese Arbeitsphilosophie rüberbringen kann wie jemand, der im Unternehmen selbst arbeitet und für dessen Werte verantwortlich ist. Wer Social Media nicht stemmen kann, muss nicht verzweifeln, denn wie gesagt: Den größten Effekt bei der Suche nach Auszubildenden bringt immer noch der persönliche Kontakt auf Berufsfindungsmessen oder über Schulen. Darauf kann man sich konzentrieren.

Die Saalemühle auf Instagram @deinemuehle

www.sd-muehle.de

Mit Social Media Auszubildende und Mitarbeiter finden
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Siebe in der Müllerei

Siebung
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Plansichter
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Getreideverarbeitung
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Bei der Getreideverarbeitung nutzen zahlreiche Maschinen Siebe. Ein Überblick.
2023
3/1/2023
Siebe in der Müllerei

Siebe werden zunächst an unterschiedlichen Stellen der Reinigung eingesetzt. Bei der Grobreinigung an der Annahme sollen hauptsächlich zum Schutz der Maschinen und Fördermittel größere Fremdkörper (wie Steine, Papier, Holzstücke etc.) aus dem Getreide entfernt werde. Hierzu werden Trommelsiebe und Siebmaschinen mit großer Maschenweite genutzt.  

Beim Trommelsieb LAKA von Bühler wird das zu reinigende Siebgut durch die Einlaufrinne in das Innere der Siebtrommel geführt und umgewälzt. Das Getreide fällt durch die Sieblochungen, während der Grobbesatz mit einer Leitschnecke zuverlässig dem Auslauf zugeführt wird. Dadurch werden die groben Verunreinigungen sicher ausgeschieden und die Betriebssicherheit der gesamten Produktionsanlage erhöht. Sicherheitsabdeckungen über allen beweglichen Maschinenkomponenten bieten zudem einen wirksamen Schutz für das Bedienungspersonal.

Das Kreissieb KS von Hamatec dient der Über- und Unterkorntrennung sowie der Separierung von Leichtteilen. Es arbeitet mit variablem Hub und variabler Drehzahl nach dem Prinzip des Freischwingers. Es können 2 bis 5 Fraktionen abgesiebt werden. Das Sieb ist mit verschiedenen Siebflächen und unterschiedlichen Konfigurationen lieferbar. Varianten in ATEX-Ausführung oder mit direkt angebauten Steigsichter werden angeboten.

Kreissieb
Kreissieb KSD 500/600 AM mit direkt angebautem Steigsichter und Magnet Bild: Hamatec

Vorreinigung

Bei der Vorreinigung soll das Getreide lagerfähig gemacht werden, oft in Verbindung mit einer Trocknung. Nach dem Vorreinigungsprozess, bei dem Siebe und Luftströme eingesetzt werden, darf noch ein gewisser Prozentsatz nicht einwandfreies Grundgetreide enthalten sein. Aspirateure, Siebmaschinen, Steigsichter und Umlufttarare werden an dieser Stelle zur Auslese von Besatzanteilen genutzt.

Beim SIVO-(UL)-Vorreiniger von Goldsaat läuft das zu reinigende Gut über ein Verteilersystem zu der selbstregulierenden, gewichtsbelasteten Speiseklappe und von dort auf die außenbeaufschlagte Siebtrommel. Diese trennt bei der Drehung den groben Besatz vom Aufschüttgut, das aus der Siebtrommel nach Passieren einer Schleuse in den Steigsichter fällt. Hier wird das Getreide intensiv im Gegenstrom von Luft umspült. Staub und spezifisch leichte Teile werden aussortiert, während das gereinigte Getreide in den Sammeltrichter mit Abgangstutzen fällt. Im Abscheideraum trennt sich die Luft von den leichten Teilen, die von einer eingebauten Schnecke zum Abgang transportiert werden. Nur ganz leichte Teile, z.B. Staub und Schalen, werden vom Ventilator in den Zyklon gedrückt und abgesackt.

Die Hauptreinigung teilt sich in zwei Stufen: Die erste Stufe erfasst die Auslese der Rest-Besatzteile, die zweite befasst sich mit dem Getreidekorn selbst (Kornoberfläche und Furche). Der Müller spricht hier von Schwarz- und Weißreinigung bzw. von 1. und 2. Reinigung. Hier sollen die noch verbliebenen feineren Besatzanteile sowie noch vorhandener Reststaub entfernt werden. Aspirateure mit feinerer Bespannung, geringeren Luftmengen und geringerer Siebneigung werden ebenso eingesetzt wie Trieuranlagen, Gewichtsausleser oder Farbsortierer.  

Der Aspirateur der Baureihe RVS 90 MULTI - RVS 300 MULTI von Gebr. Ruberg ist für Durchsatzleistungen bis zu 300 t/h ausgelegt. Er ist ausgestattet mit 4 bis 8 besonders großen Schrollensieben, 6 bis 20 Sandsieben und 6 bis 20 Körnersieben. Diese Maschinen sind in der Lage, über die gesamte Erntezeit ohne Siebwechsel, ohne Leistungseinschränkung und ohne Reduzierung von Siebflächen mit den richtigen Sieblochgrößen zu arbeiten. Zum Beispiel müssen auch bei gleichzeitiger Annahme von Weizen, Roggen und Dinkel im Spelz keine Siebe gewechselt werden. Da die Kleinstanteile frühzeitig über die Sandsiebe entfernt werden, fällt die Sortierleistung der Körnersiebe besonders hoch aus. Ab der Baugröße RVS 180 arbeiten zwei Siebdecks nebeneinander und erreichen durch ihre extrem große Siebfläche eine hohe Sortierleistung. Durch Umlegen der Sortenwahlklappe können das obere Siebdeck mit 50%, das untere Siebdeck mit 50% oder beide Siebdecks zusammen mit 100% Durchsatzleistung betrieben werden; so wird die Reinigung einer Reihe von Fruchtarten ohne Siebwechsel möglich. Umstellklappen am Maschinenboden ermöglichen zahlreiche Kombinationen, die einzelnen Fraktionen getrennt oder in Teilbereichen wieder zusammenzuführen. Alle Getreide-Fruchtarten sowie Raps, Mais, etc. können hier gereinigt werden. Im Oberteil, dem Steigsichter, werden leichte Partikel und Staub abgeschieden. Im Siebwerk folgt die Fraktionierung in Schrollen, Gutkorn, Kleinkorn und Kleinstkorn.

Der Hochleistungs-Aspirateur „Optima“ von Zuther wird in der Vor- und Hauptreinigung von nahezu allen Körnerfrüchten eingesetzt. Die Aufbereitung von „Problemfrüchten“ ist für die Maschine ebenso wenig ein Problem wie das Aussortieren von Fremdkörpern. Bei ungleichmäßigem Zulauf reguliert die Maschine automatisch die Leistung in der Windsichtkammer. Intern sorgen Verteilvorrichtungen für eine optimale Auslastung der gesamten Maschinenbreite. Bei Nassware und Ölfrüchten ermöglicht der Sieb-Bypass ein Arbeiten nur mit Windsichterbetrieb und Schrollensieben und unterbindet so ein Verkleben des Siebkastens. Kugelförmige Gummikörper halten die Siebporen jederzeit frei und stellen so den Durchlauf sicher. Eine fortschrittliche Verschleißauskleidung aus Edelstahl und Verschleißkunststoff führt zudem zu einer hohen Lebensdauer.

Auch der PURA-Aspirateur von Eirich wurde für die Vor- und Hauptreinigung von Hülsenfrüchten, Ölsaaten und sämtlichen Getreidearten entwickelt. Je nach Maschinentyp sind Leistungen bis zu 200 t/h möglich. Alle Maschinen sind durch das Baukastensystem universell einsetzbar. Zur Separierung der Feinteile wird das bewährte, umweltfreundliche Umluftsystem eingesetzt. Die Siebung erfolgt über einen Freischwing-Siebsystem, mit Kugelreinigung der Siebe. Der Hauptauslauf der Reinigungsmaschine ist mit einer Absaugung ausgestattet. Für die Malzaufbereitung verfügt die Maschine über einen zusätzlichen Steigsichter. Hohe Stundenleistungen werden durch große Vorsieb- und Hauptsiebflächen erreicht. Der Mehrsortenbetrieb ohne Siebwechsel wird durch die Wahl unterschiedlicher Lochungen im Vorsieb und durch den Einsatz der Nachsiebe ermöglicht. Die Luftmengensteuerung, sowie die Steuerung der Vor- und Nachsiebklappe, können wahlweise von Hand oder mit Fernsteuerung eingestellt werden.

In der Weißreinigung kommen schließlich Scheuermaschinen, Schälmaschinen (nur für spezielle Zwecke) und Prallmaschinen zum Einsatz.

Sieb-/Sichtmaschinen

Zur Kontrollsiebung von Mehl, zur Auflösung von Klumpen und Auflockern des Produktes kommen später im Vermahlungs-Prozess auch Sieb- bzw. Sichtmaschinen zum Einsatz. Sichten nennt man den gleichen Vorgang wie Sieben, wenn noch eine zusätzliche Schichtung stattfindet, bei der schwere Teile nach unten sinken und leichte oben schwimmen. Schlägersiebmaschinen und Plansichter kommen hier vor.

Die Wirbelstrom-Siebmaschine Typ E von AZO ist vielseitig einsetzbar und eignet sich sowohl für das Kontrollsieben vor dem Abfüllen und Verpacken als auch für das Auflösen von Klumpen oder das Fraktionieren. Um das Siebgut dosiert zuzuführen, kann eine Schleuse oder Dosierschnecke verwendet werden, die das Produkt in den Siebraum transportiert Der Feinanteil fällt durch, der Grobanteil wie Agglomerate und Verunreinigungen wird weiter transportiert und kontinuierlich ausgeschieden. Eine Stauscheibe am Ende des Siebes verhindert, dass das Feingut in das Grobgut gelangt. Das Siebgewebe ist an Ringen befestigt, kann frei vibrieren und reinigt sich dadurch von selbst. Außerdem ist es gegenüber Fremdkörpern weitgehend unempfindlich und kann innerhalb kürzester Zeit ohne Werkzeug ausgetauscht werden.

Plansichter gibt es heute im Allgemeinen als Quadratplansichter, Ein- und Zweikastenplansichter. Schubladenplansichter kommen nicht mehr vor.  

Eine Besonderheit ist der Kreuzjoch-Plansichter von Rüter mit runden Gehäusen und quadratischen Sieben. Jeweils zwei diagonal gegenüberliegende Siebgehäuse sind durch ein Joch miteinander verbunden und schwingen gegeneinander. Durch den Wegfall der Schwunggewichte hat dieser Sichter ein sehr niedriges Gewicht und er bietet ein großes Anwendungsspektrum. Sein Siebstapel ist flexibel den Produkten anpassbar. Das laufruhige Antriebs- und Auswuchtprinzip erübrigt eine zusätzliche Schwungmasse. Leichtmetall und kompakter Siebaufbau mit patentiertem Siebreiniger reduzieren das Gewicht auf 1/5 konventioneller Plansichter und sorgen für einen geringen Energieverbrauch. Die Siebe bestehen hier lediglich aus dem Siebrahmen und dem Siebsammelboden. Ein patentierter Siebreiniger bildet eine Funktionseinheit aus Boden- und Siebreiniger und spart dadurch das Wellengitter.

Plansichter
Kreuzjoch-Plansichter. Foto: Rüter

Die in den unterschiedlichen Maschinen eingesetzten Siebe werden mit Gewebe aus Kunstfasern bespannt. Bei der Bespannung sind die lichte Maschenweite, die offene Siebfläche, die Fadendicke und die Anzahl der Maschen je cm entscheidend, um die geforderten Trenngrößen sicher zu bestimmen. Die Siebrahmen bestehen zumeist aus Hauptrahmen und Einlegerahmen.  

Zur Reinigung der Siebe nutzt man im Allgemeinen Reiniger aus Kunststoff. Für Plansichtersiebe mit Wellgitterböden bieten Filip z. B. verschiedene Reiniger aus Kunststoff an – sowohl für Vorsiebe und Mehlsiebe sowie für Sammelböden gibt es: Noppensiebreiniger, Siebreinigungsbürsten und Bodenreiniger. In Abhängigkeit des Ausmaßes der Siebfelder sind die Reiniger in verschiedenen Größen erhältlich. Außerdem kann zwischen Metall- und Kunststoffgleitknöpfen gewählt werden. Letztere sorgen für eine schonendere Reinigung des Wellgitters.  

Die Firma Kammann bietet ebenfalls Siebreiniger für Plansichter an sowie zahlreiche Bürsten für andere Siebmaschinen. kf

Siebreiniger
Siebreiniger/ Bild: Filip

Siebe in der Müllerei
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Handwerk ist anders als Industrie

Brotgetreidemühlen
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Der Weltverband der Bäcker kürte Axel Schmitt zum Weltbäcker des Jahres 2022. Ein Interview mit dem TV-Bäcker.
2023
2/24/2023
Handwerk ist anders als Industrie

M+M: Ist dir die Leidenschaft für das Bäckerhandwerk in die Wiege gelegt worden? Hast du schon immer die Backstube gerockt?

Axel Schmitt: Ich bin tatsächlich in der Bäckerei in Frankenwinheim aufgewachsen. Ganz so wie man sich das traditionell und romantisch vorstellt. Jetzt bin ich Bäcker in der vierten Generation und war schon als Kind mit dabei. Wir wohnten über der Backstube, es roch immer nach Backwaren und Backen war immer das Thema bei Tisch zuhause. Backen ist mir in die Wiege gelegt, aber mit gewissen Einflüssen und durch die Umstände, mit denen ich aufgewachsen bin.

M+M: Was für Umstände waren das? Gab es schwierige Zeiten?

Axel Schmitt: Ich habe einige Veränderungen im Bäckerhandwerk erlebt. Als ich jung war, produzierten Bäcker Brot für jedermann. Wir haben Menschen satt gemacht. Mittlerweile ist es so, dass alle satt sind. Es gibt alles im Überfluss. In jedem Supermarkt gibt es Brote. Der Bäcker ist bei weitem nicht mehr der, der die meisten Brote verkauft. Wir sind von einem Versorger, der ein Überlebensmittel liefert zu etwas anderem geworden. Luxus ist vielleicht zu hoch gegriffen, aber wer zu einem Handwerksbäcker geht, der will sich das leisten und erwartet eine hohe Qualität. Durch den Preiskampf mit Discountern und mangelnde Anpassung an den Markt verschwanden viele Bäckereien. Dies wird als "Bäckersterben" bezeichnet. Aber es gab viele die die Zeit verschlafen haben und sich nicht geändert haben. 

M+M: Du hast eine Botschaft, was sind deine Rezepte für das Bäckereihandwerk?

Axel Schmitt: Wenn ich eine Lösung für alle hätte, würde ich sie gerne teilen. Ich bin meinen eigenen Weg gegangen. Dazu gehört, dass ich eng mit meiner Frau zusammenarbeite. Wir sind eine kleine Bäckerei mit familiären Strukturen und flachen Hierarchien. Das Menschliche ist für mich wichtig. Deshalb sind wir bewusst nicht mehr gewachsen in der letzten Zeit. Es muss menscheln und mir Spaß machen. Die Message, die ich geben würde, ist die: Es braucht eine Marke mit einem Gesicht. Ein Logo allein reicht nicht. Bei Mittelmäßigkeit in den Produkten und im Auftritt nach außen, wird es schwierig. Du musst dem Kunden sagen können, warum er bei dir kaufen soll. Du brauchst eine klare Antwort darauf, was dich auszeichnet. Ich rate jedem, mach dein Ding, finde deine Nische. Denn wir sind Nischenbesetzer. 

Axel Schmitt bei Veranstaltung
Axel Schmitt bei der Mühlerei-Fachtagung in Volkach. Bild: Sabine Kemper

M+M: Viele Kunden wollen gesundes Brot, achten auf die Getreidesorten. Du hast deine Bäckermeister-Ausbildung an der Akademie des deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim gemacht. Welche Prozesse laufen beim Backen, zum Beispiel das Herauslösen von Mineralstoffen?

Axel Schmitt: Es gibt viel Wissen über gesunde Ernährung. Ich bin erstaunt, wenn ich bei Müllereiveranstaltungen Vorträge anderer Branchenteilnehmer höre, wie viel Wissen es gibt. Wir sollten uns gegenseitig ergänzen und Wissen austauschen. Von dem Gewerk der Bäcker bis zu den Vorproduzenten. Also die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum Endverbraucher. Leider ist jeder in seiner Sparte ein wenig zurückhaltend. Das müssen wir dringend ändern, um Hand in Hand zu gehen. Wenn ich von Müllern und Landwirten angesprochen werde, geht es oft um den Eiweißgehalt. Es gibt die Annahme, dass wir Bäcker die Regeln machen und viel Eiweiß benötigen. Wir dagegen gehen davon aus, dass der Landwirt es so will oder der Müller. Das Denken wurde uns in hier ein wenig abtrainiert. Rohstoffe sind ausschlaggebend für ein tolles Produkt, und wir brauchen auch gewisse Klebereiweiße oder gewisse Eigenschaften, die die Zutaten mitbringen. Aber jetzt teilt sich der Weg. Handwerk ist anderes als Industrie. Wenn eine Nudelfabrik sagt, dass es nicht anders durch die Maschine geht, dann ist das so. Aber muss Weizen so hohe Anforderungen haben? Oder kann man das noch einmal überdenken? Getreide ist ein natürliches Produkt, das sich ständig im Wandel befindet. Das ist das Schöne für uns Bäcker: wir haben einen riesengroßen Koffer voller Zutaten, aus dem wir wählen können. 

Axel Schmitt vor laufender Kamera
Axel Schmitt backt für verschiedene TV-Formate. Bild: Axel Schmitt

M+M:  Der Proteinanteil im Weizen sinkt. Es gibt die Sorge, dass durch die Düngemittel Verordnung der Proteingehalt zurückgeht. Ist das für euch Bäcker ein Problem?

Axel Schmitt: Der sinkende Proteingehalt im Weizen ist für uns Bäcker eine Umstellung. Proteingehalt ist wichtig und es gibt auch Prozesse, die beachtet werden müssen. Aber wenn man wie ich, alle Brote in der Zentrale backt, spielt das Fachpersonal mehr eine Rolle. Der Hype um Proteine ist für uns überbewertet. In meiner Handwerksbäckerei kann ich es mit Fachpersonal ausgleichen. 

M+M: "Wo bekommst du dein Mehl her? Arbeitest du mit regionalen Bauern und Mühlen zusammen?"

Axel Schmitt: Den größten Teil meines Mehls beziehe ich in Volkach von der Schaubmühle. Familie Lippert betreibt die kleine Mühle seit Generationen. Wir arbeiten auch mit anderen regionalen Partnern zusammen, die uns spezielle Mehle und andere Naturprodukte wie Bohnen, Erbsen, Schrot und Exoten liefern. 

M+M: Es ist schön, dass es Mühlen wie die Schaubmühle gibt. Hast du besondere Wünsche an Mühlen?

Axel Schmitt: Es wäre schön, wenn ich mir Wünsche erfüllen könnte. Ich war auf der Müllerei-Tagung in Volkach und habe dort bemerkt, wie klein unsere Rolle als Handwerksbäcker auf den großen Weltmärkten ist. Dort geht es um Tonnen. Es ist genau wie mit Dinkel. Ich war etwas naiv und sagte, dass die Bevölkerung total auf Dinkel und Bio steht. Aber dann bin ich wieder belehrt und bekehrt worden. Wie sollte der Dinkelmarkt in den großen Märkten eine Rolle spielen, einschließlich des Biomarktes? Momentan wird Bio jetzt manchmal als konventionell verkauft, weil man es nicht loswird und der Preis nicht erreicht wird. Leider. Und das würde ich mir wünschen: Das es wieder fair zugeht. Es geht nicht, dass eine Ware, die einmal um die Welt fährt, billiger ist als das, was ich regional beziehen kann. Das finde ich pervers. So etwas darf nicht sein. Ich wünsche mir mehr Wertschätzung und das unser Handwerk eine erschwingliche Sache ist, die jedem Freude bereitet. Vom Züchter über die gesamte Wertschöpfungskette bis zum Kunden. Und das Geld muss dort ankommt, wo es hingehört. Vielleicht ist das das Problem, dass das Geld nicht dorthin geht, wo es eigentlich verdient wird.

M+M: Es ist schade, dass kleine Mühlen wenig Chancen haben. Auch im letzten Jahr mussten einige aufgeben.

Axel Schmitt: Bei uns kleinen Bäckereien haben im letzten Jahr 10 % aufgegeben. Die Konkurrenz durch größere Fabriken ist groß. Die kleineren Handwerksbäckereien haben es schwer, weil sie nicht so gut wie die großen Fabriken ausgestattet sind und ihre Produkte noch manuell prüfen. Wenn ein Bäcker aufgibt, folgt bald darauf der Müller. Dadurch geht viel Individualität verloren. Aber das ist einfach meine nostalgische und romantische Sichtweise. Ich weiß, wie der Markt funktioniert. Trotzdem wünsche ich mir einen Platz für alle diese wunderbaren kleinen Mühlen und Bäckereien, die eine Berechtigung haben, wie man hier sieht.

M+M: Gerade weil auf der anderen Seite Regionalität gefördert wird?

Axel Schmitt: Ohne Nachfrage kein Markt. Wir können alle beklagen, dass billige Discountware ungesund ist, aber sie wird trotzdem gekauft. Am Anfang haben wir diskutiert, was ein Bäcker tun muss, um überleben zu können. Wenn keiner billige Ware kaufen würde, würde es keinen Markt dafür geben."

M+M: Zurück zum Marketing. Bei deiner Fortbildung zum Sommelier hast du Sauerteig mit Schallwellen für deine Abschlussarbeit beschallt. Das war dein Durchbruch, oder?

Axel Schmitt: Ja, irgendwie. Storytelling ist auch Marketing. Wir haben uns damals wissenschaftlich sehr intensiv mit Schallwellen in Laborversuchen beschäftigt. Dazu haben wir ein Labor und einen Raum mit konstanten Bedingungen geschaffen. Das Max-Planck-Institut, die Musikhochschule und ein Labor zur Auswertung waren an dem Projekt beteiligt. Ein Biologe kontrollierte ständig die gleichbleibenden Prozesse. Es hat uns einen ganzen Sommer gekostet. Es war definitiv ein Riesenspaß und auch sehr aufschlussreich. Marketingtechnisch ist es durch die Decke geschossen. Es ist eine tolle Story. Da war der Bäcker, der auch Musiker ist und ihm kommt etwas Dummes in den Sinn. In den Jahren hatte ich gerade den Betreib übernommen von meinem Vater, der verstorben ist.  

M+M: Die Übernahme der Bäckerei war bestimmt schwer, besonders in so frühen Jahren. 

Axel Schmitt: Niemand hat mich gefragt und ich hätte oft gerne eine Zweitmeinung eingeholt, da man als Entscheider auch Fehler macht. Mit Anfang 30 war es sehr schwierig. Ich war Musiker, meine Frau und ich hatten ein Kind und erwarteten gerade das zweite. Der plötzliche Wechsel erlaubte keine Planung. Wir haben Regeln aufgeschrieben, um weitermachen zu können. Mittlerweile haben wir viele Nachahmer. Wir legen Wert auf Transparenz, Ehrlichkeit und Handwerk. Auch unser starker medialer Auftritt ist wichtig für uns. Rückblickend haben wir auch viel falsch gemacht, aber jetzt wissen wir, wie es geht.

M+M: Es ist sehr sympathisch, dass du deine Leidenschaft für dein Handwerk nicht nur ausstrahlst, sondern dass du deine Fähigkeiten auch weitergibst. Du sitzt gerade in deinem Schulungsraum. Was machst du genau?

Axel Schmitt: Im Schulungsraum geben wir Brotbackkursen und machen Verkostungen von Brot und Wein oder unterrichten. Dann gibt es noch einen zweiten Verkostungs- und Besprechungsraum, in dem wir gestern mit Hobbybäckern getagt haben. Für die Öffentlichkeitsarbeit und TV-Auftritte habe ich einen besonderen Bereich. Das ist meine große Küche. Den Raum habe ich zusammen mit Johann Lafer geplant. Er ist fernsehtechnisch voll ausgestattet. Hier kann man Kunden zu Fans machen und wirklich was rüberbringen. 

Axel Schmitt in der Bäckerei beim Wackenfestival
Axel Schmitt backt und rockt beim Musikfestival in Wacken. Bild: Axel Schmitt

Marketing und Social Media 

Wem der Weg nach Finkenweinheim zu weit ist, der kann auf den sozialen Medien Axel Schmitt folgen. Regelmäßig postet er als @brotsommelier Neues von sich auf LinkedIn, Instagram und Facebook. Unter seinem Account bei TikTok erfahren Sie, ob das erste abgeschnittene Brotstück Knust, Kanten, Beidlpracker, Krüstchen oder Knorzen heißt. Seine TV-Auftritte und Backkurse findet eine große Fangemeinde auf YouTube. Allein dort hat er rund 24.000 Abonnenten.

Ein Bild, das Text, Schild enthält.Automatisch generierte Beschreibung
Das einfachste Brot der Welt

Axel Schmitt, Das einfachste Brot der Welt, Umfang: 192 Seiten

Preis: 27,00 € (DE) / 27,90 € (AT) / 37,50 SFr (CH)

ISBN: 978-3-8338-8594-5

Dank außergewöhnlichen Einsteigerrezepten haben Leser die Möglichkeit, sich auszuprobieren und mit ihrer Backkunst zu überzeugen. Hierfür braucht man weder Erfahrung noch spezielles Equipment, es kann sofort losgehen. Und wenn der Teig doch mal Probleme machen sollte, helfen Video-Tutorials weiter, bei denen der Erfolgsbäcker seine persönlichen Tricks und kleinen Kniffe verrät. Neben ungewöhnlichen Broten finden sich auch Rezepte für süßes Gebäck und Brötchen im Buch. In seiner Freizeit verwöhnt Axel Schmitt die Musiker in Wacken – beispielsweise The BossHoss – mit ihren Lieblingsbroten: einfach nachbacken und schlemmen. Wir haben für unsere Leser da einfachste Brot der Welt an einem Sonntagmorgen nachgebacken. Was sollen wir sagen: „Einfach lecker“. Hier die Beweisfotos. 

Brot nach Axel Schmitts Rezept
Das einfachste Brot der Welt
Aufgeschnittenes Brot nach Axel Schmitts Rezept
Das einfachste Brot der Welt mit Dinkelmehl
Handwerk ist anders als Industrie
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Bühler: Jahresergebnis 2022

Futtermittel
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Bühlers Jahresergebnisse aus dem Jahr 2022
2023
2/22/2023
Bühler: Jahresergebnis 2022

Die finanzielle Position von Bühler hat sich weiterverbessert. Die Eigenkapitalquote stieg um 2,6 Prozentpunkte auf 49,8% und die erste Tranche der Unternehmensanleihe von CHF 180 Millionen im Dezember wurden zurückgezahlt. Die zweite Tranche der Anleihe in Höhe von CHF 240 Millionen wird 2026 fällig. „Dankunserer anhaltend soliden Finanzlage können wir weiterhin in neue Lösungen und Dienstleistungen investieren und langfristig völlig unabhängig bleiben“, sagt CFO Mark Macus.  

Außerdem stieg der Auftragseingang um 8,7% auf CHF 3,3 Milliarden mit einem Auftragsbestand von CHF 2,1 Milliarden. Der Umsatz stieg um 10,3% auf CHF 3,0 Milliarden. Das EBIT verbesserte sich um 36,0% auf CHF 199 Millionen, was einer EBIT-Marge von 6,7% entspricht. Damit ist diese höher als zum Vorjahr mit 5,4%. Der Reingewinn stieg um 35,7% von CHF 113 Millionen im Vorjahr auf CHF 154 Millionen. Mit diesen Ergebnissen hat Bühler das Niveau von vor der Pandemie weitgehend wieder erreicht.

Das Volumenwachstum stammte aus dem Bereich Advanced Materials, wo der Auftragseingang um 40,6% auf CHF 871 Millionen anstieg und sich damit innerhalb der letzten zwei Jahre fast verdoppelte. Der Geschäftsbereich Consumer Foods setzte seine Erholung mit einem Wachstum des Auftragseingangs um21,6% auf CHF 710 Millionen und einem Umsatzwachstum von 13,6% auf CHF 578 Millionen fort. Der größte Geschäftsbereich von Bühler, Grains&Food, verzeichnete 2022 einen Auftragseingang von CHF 1,66 Milliarden, was einem Rückgang von 6,5% entspricht, während der Umsatz um 2,6% auf CHF 1,69 Milliardenstieg. Damit bliebt das Geschäft während der Covid-19-Pandemie und trotz der unterbrochenen Lieferketten und einem schwierigen Futtermittelmarkt in China stabil.

Alle Regionen trugen zum Umsatzwachstum von Bühler bei. Besonders die Regionen Nord- und Südamerika sowie Naher Osten, Afrika und Indien ragten heraus. Die regionalen Wachstumsraten und Umsatzanteile zeigten sich wie folgt: Asien 6% Wachstum auf 32% des Gesamtumsatzes; Europa 3% Wachstum auf 30%;Nordamerika 17% Wachstum auf 17% und Südamerika 26% Wachstum auf 5%; Naher Osten, Afrika & Indien 24% Wachstum auf 16%. Mit diesen Erfolgen in wichtigen Märkten präsentiert sich die globale Umsatzverteilung von Bühler robust und ausgewogen.

Der Bereich Customer Services von Bühler wuchs ebenfalls um3,4% und trug mit einem Umsatz von CHF 955 Millionen wesentlich zum Ergebnis von 2022 bei. „Wir sehen die gute Geschäftsentwicklung im Jahr 2022 als Bestätigung unserer Strategie, ein Anbieter von nachhaltigen Lösungen und Dienstleistungen zu sein und als zuverlässiger und innovativer Partner Werte für unsere Kunden zu schaffen“, sagt CEO Stefan Scheiber.

Innovation und Zusammenarbeit durch Partnerschaften

Im Jahr 2022 hat Bühler sein Innovations- und Bildungsnetzwerk erweitert. Bei den Networking Days im Juni kündigte man mehrere Joint Ventures und Partnerschaften an, die den Übergang zu einer effizienteren Lebens- und Futtermittelproduktion erleichtern und den Wandel zu einer nachhaltigen Mobilität beschleunigen werden. Bühler hat eine Strategieentwickelt, um die Treibhausgasemissionen in seinen Betrieben bis 2030 um 60%zu reduzieren, und hat sich zudem verpflichtet, bis 2025 Lösungen zur Verfügung zu stellen, die Energie, Abfall und Wasser in den Wertschöpfungsketten seiner Kundinnen und Kunden um 50% reduzieren.

Networking-Days 2022
Networking-Days 2022

Um das Innovationstempo hochzuhalten, blieben die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) mit CHF 141 Millionen respektive 4,7%des Konzernumsatzes stabil und stehen im Einklang mit der Strategie von Bühler, in den ausgewählten Industriesegmenten Technologieführer zu sein. Im Rahmen seines Innovationsversprechens, Wertschöpfungsketten nachhaltig zu verändern, brachte Bühler 2022 rund 40 neue Produkte auf den Markt, darunter sechs neue Kernprodukte.

Ein einziges Food-Segment und verstärkter Fokus auf Services

Bühler wird sein Segment Consumer Foods in das Segment Grains & Food integrieren und sich gruppenweit stärker auf sein Dienstleistungsangebot konzentrieren. Ein Lebens- und Futtermittelsegmentermöglicht direktere Schnittstellen zu den Kunden, und die Prozesse werden dadurch effizienter. Johannes Wick, CEO von Grains & Food, wird das Segmentleiten. Germar Wacker, der bisher das Segment Consumer Foods geleitet hat, wird neue Aufgaben außerhalb von Bühler annehmen. Er wird Johannes Wick beim Übergang unterstützen und das Unternehmen zum Ende des ersten Quartals 2023 verlassen.

Um die positive Entwicklung des Servicegeschäfts von Bühler zu beschleunigen, wird sich Samuel Schär, der die Positionen des CEO Advanced Materials und des Chief Services & Sales Officer innehatte, künftig ganz auf die Leitung der globalen Services & Sales Organisation konzentrieren. Marcel Natterer leitet den Bereich Advanced Materials, davor hat er in den letzten zehn Jahren den Geschäftsbereich Value Nutrition von Bühler geführt.

Ausblick

Bühler beginnt das Jahr 2023 mit einer soliden Finanzlage und einem hohen Auftragsbestand. Dank der Entwicklungen in seinen Märkten, sieht Bühler zahlreiche Geschäftschancen.

Trotz aller Unwägbarkeiten beabsichtigt Bühler die Fortsetzung seiner positiven Entwicklung. "Insgesamt sind wir überzeugt, dass Bühler gut aufgestellt ist, um 2023 auch in einem sehr dynamischen Marktumfeld einen weiteren positiven Schritt in der erfolgreichen Geschäftsentwicklung zumachen", sagt CEO Stefan Scheiber.

Bühler: Jahresergebnis 2022
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Alternativen für Milchprodukte aus Erbsenprotein

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Die Emsland Group stellt neue Alternativen von Milchprodukten aus Erbsenprotein vor.
2023
2/15/2023
Emsland Group: Alternativen für Milchprodukte aus Erbsenprotein

Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung von Milchalternativen besteht darin, ohne die Verwendung von Milchproteinen ein ähnliches Nährwertprofil wie bei Milchprodukten zu erreichen. Deshalb hat die Emsland Group mit Erbsenprotein angereicherte Konzepte für Käse, Getränke und Speiseeis auf pflanzlicher Basis entwickelt, bei denen der Proteingehalt Werte von 5 % erreicht.

Textur und Ernährung

Die Popularität von pflanzlichen Lebensmitteln hat zu einer zunehmenden Beliebtheit von veganem Käse auf dem Schmelzkäsemarkt geführt. Veganer Käse wird oft mit Nussmilch, Fett oder Öl, Emulgatoren und Texturgebern hergestellt. Zusätzlich werden Stärken in Schmelzkäse und Käseanaloga verwendet, um die gewünschte Textur und Eigenschaften wie Zerkleinerungseigenschaften und Schmelzen hinzuzufügen.

Das Portfolio der Emsland Group für Schmelzkäse besteht aus EmoxC 70 S und Emes KSA 1052 zum teilweisen Ersatz von Kaseinat. Durch Kombinationen mit den Stärken Emflo 991 und Emfix K02 lassen sich die Textureigenschaften des Käses verändern. Mit Empro, der Erbsenprotein-Produktreihe der Emsland Group, lässt sich das Nährwertprofil verbessern.

Emsland Group: Link zur neuen Website 

Emsland Group: Alternativen für Milchprodukte aus Erbsenprotein
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Schüttgut- ein vielseitiges Business

Anlagenbau
/
Neue Möglichkeiten in der Schüttgutbranche mit der Warex Absperrklarre DKZ 105.
2023
2/9/2023
Schüttgut- ein vielseitiges Business

Laut Definition bezeichnet Schüttgut ein körniges, pulvriges oder stückiges Gemenge, das in schüttbarer Form vorliegt. Welche Armaturen für welche Form von Schüttgut eingesetzt werden, ist abhängig von individuellen Parametern, wie Körnung, Verteilung, Dichte, Rauheit, Feuchtigkeit und Temperatur. Warex Valve, das Traditionsunternehmen aus Senden, ist spezialisiert auf Absperrklappen, die auch bei rauesten Betriebsbedingungen und problematischen Anwendungsfällen Funktionalität gewährleisten. Ideale Voraussetzungen, die sich in der Schüttgutindustrie bewährt haben.

Komplexe Schüttgüter

Warex Valve produziert am deutschen Firmenstandort in Senden. Die Ingenieure, Techniker und Facharbeiter arbeiten seit Jahrzehnten für das Unternehmen. Ein entscheidender Vorteil für die Entwicklungstiefe und Qualität der Armaturen, die bis ins kleinste Detail modifiziert werden können. Auch für schwierige Schüttgüter wie aggressive, schleißende und kohäsive Güter bietet Warex Valve Absperrklappen an.

Containerklappe DKZ 105 

Bei der Absperrklappen Baureihe 105 handelt es sich um eine dichtschließende Absperrklappe, die speziell für den Anbau unter Container oder Silos entwickelt wurde. Die DKZ 105 gibt es in zwei verschiedenen Grundmodellen. Als leichte und preiswerte Sternform-Ausführung (SK) sowie als robuste Vollflanschausführung (VK). Die Containerklappe mit einteiligem Gehäuse garantiert absolute Dichtheit (nach DIN EN 12266 Leckrate A). Haupteinsatzgebiet für die Containerklappen sind IBC-Container zum Feststoffhandling. 

Auch viele weitere Absperrklappen, wie die exzentrische APS®-Klappe DKZE 110, sind ideal für die Verwendung im Schüttgutbereich. In der APS-Ausführung (Air-Pressure-Sealing) wird in der Klappenstellung ZU das Dichtelement pneumatisch an den Umfang der Klappenscheibe angepresst. Durch den gleichbleibenden Anpressdruck des Dichtelementes an die Klappenscheibe ist auch bei leichten Verschleißerscheinungen eine Druckdichtheit gewährleistet. 

Warex Absperrklappe BKZ 105
Containerklappe DKZ 105

Absperrexperte seit 1964 

Die Warex Valve GmbH ist seit Gründertagen im Jahr 1964 im westfälischen Senden situiert und wird international für ihre Qualitätsarmaturen geschätzt. Das erfahrene Mitarbeiterteam begleitet Kunden von der ersten Beratung bis hin zur kurzfristigen Ersatzteilversorgung.

Schüttgut- ein vielseitiges Business
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Überwachung von Trocknungsprozessen

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Vorstellung eines Produkts zur Überwachung und Messung der Temperatur und Feuchtigkeit.
2023
2/8/2023
Überwachung von Trocknungsprozessen

Der Temperatur- und Feuchtigkeitsdatenlogger RHTemp125 XL der Serie Tecnosoft von CiK Solutions zeichnet Temperaturen von -40 °C bis +125°C und Feuchte von 0 % bis 90 % rF (nicht kondensierend) auf. Es dient der Überwachung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Lebensmittelindustrie und im Gesundheitswesen. Z.B. bei der Überwachung von Trocknungsprozessen im Lebensmittelbereich bei Teigwaren, in Pulver- und Getreidespeichern oder in anderen extremen Umgebungen.

RHTemp125 XL der Serie Tecnosoft von CiK Solutions
RHTemp125 XL der Serie Tecnosoft von CiK Solutions

Das Gerät enthält eine austauschbare Batterie und wird mit einem rückführbarem Accredia-Kalibrierungszertifikat geliefert. Über eine USB-Schnittstelle kann der Datenlogger mit einem PC verbunden und per TS Manager Software ausgelesen und verwaltet werden. Diese berechnet u. a. auch den Letalitätswert.

Überwachung von Trocknungsprozessen
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Anbau und Verarbeitung lokaler Ackerfrüchte

Hülsenfrüchte
/
Vermahlung
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Regionaler Anbau und Verarbeitung von Leguminosen.
2023
2/4/2023
Anbauen, Vermahlen und Verbacken lokaler Ackerfrüchte

Für ihren Traum geht das Ehepaar Quendt 2014 ins Risiko. Sie verkaufen ihr Unternehmen Dr. Quendt Backwaren und stecken den Erlös in die Entwicklung von Produkten aus Hülsenfrüchten. Die werden in der Landwirtschaft für ihre Nährstoffe und ihre Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu binden, geschätzt und spielen eine wichtige Rolle in der Förderung von gesunden Böden. Hülsenfrüchte sind weniger wasserintensiv als andere Pflanzen und tragen zu einer nachhaltigen Landwirtschaft bei.

Matthias Quendt sieht viele Chancen beim Anbau und in der Verarbeitung von Leguminosen, nicht nur in der Lausitz: „Wir haben bei der Lebensmittelproduktion einen starken Konzentrationsprozess. Das setzt Landwirte unter Druck beim Anbau. Unser Ziel war es, Leguminosen neu zu denken und Landwirten und Mühlen Anreize zu bieten, wieder in regionalen Strukturen Lebensmittel zu schaffen.“

Lebensmittel aus Leguminosen

Heike und Matthias Quendt gründen in Freital das Produktentwicklungsunternehmen QFI Quendt Food Innovation. Innovative Nahrungsmittelprodukte auf Basis heimischer Hülsenfrüchte möchten sie zur Marktreife führen. Heike Quendt hat die Idee auf einer Firmenveranstaltung, auf der schon wieder nur belegte Brötchen serviert werden. Die Ernährungswissenschaftlerin wünscht sich stattdessen gesunde und leicht verzehrbare Snacks.  

Heike und Matthias Quendt präsentieren Snacks aus Hülsenfruchtmehlen
Heike und Matthias Quendt präsentieren Snacks aus Hülsenfruchtmehlen

Hülsenfrüchte seien dafür die ideale Grundlage. „Auch die Konsumenten verändern sich“, erklärt Heike Quendt die Firmengründung. „Sie sind aufgeschlossener, mehr pflanzliche Komponenten in die Ernährung aufzunehmen und wollen sich gesünder, nachhaltiger und klimabewusster ernähren.“ Ihre Kreation LeSnägg ist eine ihrer Backware aus Ackerbohnenmehl, die gesund und ansprechend ist.

Heute bietet Quendt Food Innovation eine Vielzahl von Produkten an, die für den täglichen Gebrauch geeignet sind. Das sind z. B. süße Waffelprodukte und Mürbegebäcke sowie herzhafte Cracker in verschiedenen Geschmacksvarianten. Alle mit glutenfreien Hülsenfruchtmehlen gebacken. Im Unternehmen arbeiten mittlerweile die drei Söhne mit. In den nächsten Monaten eröffnet die Familie in der Nähe des Dresdner Rathauses eine Manufaktur für Backwaren mit Catering.  

Regionale Vermahlung

Die Verarbeitung von qualitativ hochwertigen Rohstoffen und die Verwendung von umweltfreundlichen Herstellungsverfahren spielt eine große Rolle: „Wir möchten regionale Früchte vom Feld verarbeiten und in ihrer ursprünglichen Form erhalten und nicht einzelne Nährstoffe herausziehen und weiterverarbeiten. Wir bieten Lebensmittel für Körper, Geist und Seele an, also vollwertiges Essen im wortwörtlichen Sinn“, erklärt Matthias Quendt das Konzept.  

QFI Bäckermeister Sebastian Pietsch hat die Snacks für seine Kunden gebacken
QFI Bäckermeister Sebastian Pietsch hat die Snacks für seine Kunden gebacken

OFI arbeitet mit einer Vielzahl von Partnern zusammen, um seine Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Dazu gehören landwirtschaftliche Betriebe wie die Agrar GmbH als Rohstofflieferanten, Verarbeitungsbetriebe wie die Rätze-Mühle in Göda und Einzelhändler. Zudem arbeitet das Unternehmen mit Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammen. Unter Federführung der OFI gründet man die Projektinitiative Legu Sachsen, um gemeinsam Leguminosen zu fördern

Förderung regionaler Strukturen

Das Erschließen des Wertschöpfungspotenzials von Leguminosen stärkt die regionale Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze. Zudem verbessert die Produktion von Leguminosen die Umweltbilanz der Landwirtschaft in Sachsen. Deshalb unterstützte das European Innovation Partnership für Landwirtschaft (EIP-Agri-Projekt) bis Ende 2022 den regionalen Zusammenschluss Legu Sachsen finanziell. Das Landwirtschaftsministerium Sachsen übernahm bei der Förderung die Federführung.

Neben der Förderung des Anbaus von Hülsenfrüchten und der Verarbeitung und Produktentwicklung setzt sich die regionale Initiative für die Verbreitung von Erntemaschinen ein, die speziell für den Hülsenfruchtanbau entwickelt wurden. Diese Maschinen erleichtern die Ernte und sind wirtschaftlicher.

Die Initiative Legu Sachsen hat in den letzten Jahren bereits zu einem deutlichen Anstieg des Hülsenfruchtanbaus im Freistaat geführt. Laut Angaben des sächsischen Landwirtschaftsministeriums wurde in den vergangenen fünf Jahren die Anbaufläche von Hülsenfrüchten um über 50% erhöht.

Regionaler Anbau

Am EIP-Agri-Projekt ist die Agrar GmbH in Gröditz beteiligt. Sie bewirtschaftet 2 000 ha. Leguminosen waren schon immer im Anbau, laut Geschäftsführer Felix Lieske, vor allem für die Fütterung der Milchkühe. Auf 100 ha wachsen Erbsen, Ackerbohnen und Blaue Lupine für Menschen.

Geschäftsführer Felix Lieske bei einer Feldbegehung
Geschäftsführer Felix Lieske bei einer Feldbegehung

Für die Agrar GmbH sind Luminosen kein einfaches Geschäft. Weizen ist preislich attraktiver gegenüber den für den Ernährungsbereich erzeugten Hülsenfrüchten. Im Projekt Legu Sachsen orientierte sich die Bezahlung an den Matif-Notierungen, die sich aber auf Futterleguminosen beziehen. Noch ist die Nachfrage nach diesen Rohstoffen für menschliche Konsumgüter zu gering. Beim Anbau achtet Felix Lieske darauf, homogene Bestände zu erreichen, um der Getreidemühle einheitliche Chargen anzubieten.

Matthias Quendt glaubt an die Renaissance kleinerer Mühlen: „Wenn mehr heimische Sorten angebaut werden, braucht man Mühlen, die in der Nähe liegen und diese Sorten verarbeiten können. Ich kenne Betriebe, die keine Mühle finden. Ein Betrieb aus Hessen muss seine Ackerfrüchte zur Verarbeitung nach Baden-Württemberg transportieren.“

Zum Glück haben die Quendts mit der Rätze-Mühle in Göda einen nur 50 km entfernten Partner gefunden. Die Rätze-Mühle ist ein in der neunten Generation geführtes Familienunternehmen. Es stellt einem breiten Kundenkreis Mehle und Schrote bereit.

Die Rätze-Mühle

Die alte Rätze-Mühle wurde 1772 von Johannes Rätze als Klostermühle zu Panschwitz-Kuckau gegründet. Mittlerweile gibt es eine neue Rätze-Mühle, in der circa 10 000 Tonnen Getreide pro Jahr vermahlen werden. Rund 95% des Getreides stammt von der regionalen Landwirtschaft.

Die Rätze-Mühle in Göda vermahlt Spezialprodukte
Die Rätze-Mühle in Göda vermahlt Spezialprodukte

„Unser Großvater hat nach der Wende 1991 unter viel Mühen und mit viel Geld auf der grünen Wiese eine großzügige und moderne Mühle gebaut“, erinnert sich Johannes Unger, „er hat viel Freizeit geopfert und seine ganze Energie in den Neubau gesteckt“. Von dieser vorausschauenden Investition profitiert er und sein Bruder Sebastian Unger heute. „Mein Bruder und ich konnten eine relativ moderne Mühle übernehmen und sind im Wettbewerb gut aufgestellt.“  

Wettbewerbsfähig mit Spezialprodukten

Die Brüder Unger haben einen treuen Kundenstamm und produzieren sowohl konventionelle Produkte als auch Bio-Mehle und Spezialprodukte. Kleinere Chargen werden in der alten Mühle verarbeitet, mittlerweile eine Bio-Mühle mit einer Leistung von rund 20t Getreide pro Tag. Angetrieben wir sie u. a. mit Wasserkraft. Mit sechs Meter Gefälle und einen Durchfluss von ca. 100–200 Liter/s. Die Mühle hat einen ca. 300 m offenen Mühlengraben und einen manuellen Rechen – 50 m verrohrt bis zur Turbine einer Francis Spiralturbine max. 400 l/s. Dennoch ist der Hauptantrieb elektrisch. Ein Teil der Energie wird über eine Photovoltaikanlage gedeckt. Den Anteil er erneuerbaren Energien wollen die Brüder in den nächsten Jahren weiter ausbauen.

Johannes Unger ist Mitte dreißig und hat noch viel vor. Die Initiative von Matthias und Heike Quendt gefällt ihm und gerne schließt er sich dem Projekt Legu Sachsen an. Die von der Agrar GmbH angelieferten Ackerbohnen, Lupinen und Erbsen sind eine willkommene Herausforderung für ihn. Sein Roggenvermahlungssystem kann Hülsenfrüchte verarbeiten, aber ein bisschen Entwicklung und Anpassung ist nötig. „Ich habe mit meinem Mitarbeiter einige Versuche gemacht und wir haben verschieden Maschinen ausprobiert, wie Walzenstühle und die Schlagholzmühle“, erinnert sich Johannes Unger.  

Johannes Unger in seiner Rätze-Mühle
Johannes Unger in seiner Rätze-Mühle

Aber im Prinzip sei das Vermahlen von Hülsenfrüchten für seine Mühle kein Problem: „Ein wenig Anpassung ist immer nötig und auch meine Mitarbeiter haben keine Probleme, die Systeme auf Hülsenfrüchte umzustellen“, so der Müller.

Investition in die Zukunft

Bisher macht das Vermahlen der Hülsenfrüchte einen sehr geringen Anteil am Gesamtgeschäft aus. Aber er beobachtet, dass immer mehr Bäckereien Mehl aus Hülsenfrüchten nachfragen und das Geschäft zunimmt, auch wenn die Spezialprodukte durch die aktuellen Marktverwerfungen einen Dämpfer bekommen haben. „Ich hätte kein Problem damit, jährlich 5 000 t Lupinen zu vermahlen“, so Johannes Unger, „aber dafür muss das Interesse der Konsumenten noch viel größer werden.“ Und deshalb sei es gut, dass es solche Initiativen wie Legu Sachsen gibt, die regionale Eiweißpflanzen fördern und die regionalen Strukturen für den Anbau und die Verarbeitung.

Anbauen, Vermahlen und Verbacken lokaler Ackerfrüchte
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Agribusiness trotzt Herausforderungen

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Agribusiness trotzt den Herausforderungen, dennoch gibt es düstere Aussichten für Konsumenten und Produzenten.
2023
2/3/2023
Agribusiness trotzt Herausforderungen

Laut Dr. Christian Janze, Partner bei EY, sei das starke Umsatzplus im Agribusiness hauptsächlich preisgetrieben. Doch auch ohne den Inflationsdruck und gestiegenen Rohstoffpreisen hätte sich das deutsche Agribusiness positiv entwickelt. Deutschlands Landwirte und Agrarkonzerne waren verlässliche Lieferanten für unverzichtbare Produkte und Rohstoffe. Trotz Lieferkettenproblemen und einer unsicheren Marktlage war die Grundversorgung zu jedem Zeitpunkt gesichert.

Düstere Aussichten für Konsumenten und Produzenten

2023 werden steigende Rohstoff, Energie- und Kraftstoffkosten erwartet. Die Folge: höhere Ausgaben bei Dünger, Saatgut und Pflanzenschutz, was wiederum die Preise für Endprodukte erhöhen wird.

Laut Janze konnten die meisten Produzenten die gestiegenen Preise für Lebensmittel an den Einzelhandel und die Kundinnen und Kunden weitergeben. Die Preissteigerungen müssen letztlich von den Konsumenten getragen werden können. Allerdings entscheiden sich Verbraucherinnen und Verbraucher immer häufiger für die billige Alternative. Eine kontraproduktive Entwicklung für die agrarpolitischen Ziel, so Janze.

Durch den Krieg in der Ukraine kommt es zu Exporteinbußen von circa 35 Millionen Tonnen Getreide. Das sind rund sieben Prozent des globalen Handelsvolumens von knapp 490 Millionen Tonnen. Die internationalen Getreidemärkte waren schon vor dem Ukrainekrieg angespannt, unter anderem aufgrund von Logistikengpässen infolge der Corona-Pandemie, einer dürrebedingt schlechten Ernte in Kanada 2021 und einer unerwarteten Zunahme der Getreideimporte Chinas von 25 Millionen Tonnen im Vermarktungsjahr 2019/20 auf65 Millionen Tonnen im Jahr 2020/21.

Laut Janze spüren im Gegensatz zu Deutschland zahlreiche ärmere Länder die gestiegenen Kosten für Getreideimporte sehr deutlich.

Link zur Pressemitteilung

Agribusiness trotzt Herausforderungen
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Siloeinfahreinrichtungen – auf dem neuesten Stand

Mühlenbau
/
Gefahren innerhalb eines Silos erkennen und beheben.
2023
2/2/2023
Siloeinfahreinrichtungen – auf dem neuesten Stand der Technik

Es passiert leider immer noch: Beim Befahren von Siloanlagen geraten Menschen in Gefahr! Dabei sind es noch nicht einmal die Gefahren innerhalb des Silos, die natürlich nicht unterschätzt werden dürfen. Vielmehrgeht es um die Art und Weise, wie man eine Siloanlagebefährt. Hier hat sich gezeigt, dass viele Siloeinfahreinrichtungen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technikentsprechen.

Aber was ist der „Stand der Technik“? Sowohl im „Handbuch der Rechtsförmlichkeit“ des Bundesjustizministeriums als auch in der Betriebssicherheitsverordnung wird diese Formulierung angewendet. So heißt es in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) § 2Abs. 10 wie folgt:

„(10) Stand der Technik ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme oder Vorgehensweise zum Schutz der Gesundheit und zur Sicherheit der Beschäftigten oder anderer Personen gesichert erscheinen lässt. Bei der Bestimmung des Stands der Technik sind insbesondere vergleichbare Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen heranzuziehen, die mit Erfolg in der Praxis erprobt worden sind.”

Zu wenig bekannte Regelungen

Mit der Inkraftsetzung der Novellierung der neuen Betriebssicherheitsverordnung zum 1. Juni 2015 hat der Bundesrat den Umfang und die Fristen für die Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen bestehender Siloeinfahreinrichtungen an den Stand der Technik neu definiert. Damit ist gem. § 4 Abs. 1 Nr. 3 der Bestandsschutz aufgehoben und Siloeinfahreinrichtungen dürfen erst betrieben werden, nachdem der Betreiber festgestellt hat, dass die Verwendung nach dem Stand der Technik sicher ist.

Um das Gefährdungspotenzial und den etwaigen Anpassungsbedarf bei bestehenden Anlagen zu ermitteln, müssen Gefährdungsbeurteilungen (GBU) durchgeführt werden. Anders als bisher, wird nun auch ein Konzept zur Anpassung des Betriebes der Siloeinfahreinrichtungen an den Stand der Technik gefordert. Art und Umfang der erforderlichen Nachrüstungen an bestehenden DIN EN 1808 schließt in 1.3 e Siloeinfahreinrichtungen zwar aus, aber ist inhaltlich maßgebend für die Prüfungen und die Abnahme solcher Anlagen. Der Ausschluss aus der Norm sorgt letztlich dafür, dass für Siloeinfahreinrichtungen immer eine Baumusterprüfung notwendig ist.

Beispiel für eine Gefahr im Silo
Ein leider häufiges Beispiel für mangelnde technische Sicherheitseinrichtungen: Einseiliger Betrieb und keine manuelle Rettungsmöglichkeit nach oben

Das Unternehmen Friedrich Köster GmbH & Co. KG aus Heide wurde 1861 gegründet und ist neben anderen Produkten auch Hersteller von Seilwinden und Kranen. Immer wieder erhält man Anfragen zu Reparaturen oder Wartungen von Einfahranlagen, die der jährlichen Sachkundenprüfung durch eine befähigte Person nicht mehr standhalten. Sogar Anlagen mit manuellen Seilwinden sind noch im Einsatz, die dem Stand der Technik, aber auch der Betriebssicherheit nicht mehr entsprechen. Das Ergebnis nicht bestandener Sachkundenprüfungen sind verunsicherte Arbeitgeber, die plötzlich vor der Investition in eine neue Anlage stehen oder eine veraltete Anlage wirtschaftlich modernisieren müssen. Die Berufsgenossenschaften stehen hierbei gerne beratend zur Seite.

In der DGUV-Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume“ heißt es unter Punkt 4.11.2: „Zum Schutz gegen Absturz sind technische Maßnahmen zu bevorzugen.“ Gemäß TOP-Prinzip nach BEKBS 1114 sind dies in erster Linie Siloeinfahreinrichtungen mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen, denn technische Maßnahmen sind den organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen übergeordnet.

Nicht nur das Risiko eines Absturzes muss mit technischer Ausrüstung verhindert werden, sondern auch das Risiko des Ausfalls des elektrischen Hebezeuges, beispielsweise durch einen Stromausfall. In diesem Fall darf der Benutzer nicht hilflos im Silo hängengelassen werden, sondern es muss eine Möglichkeit der Rettung nach oben geben. In der Regel ist dies durch einen Reserve-Handantrieb sichergestellt.

Siloeinfahreinrichtung

Damit auch in schwer zugänglichen Bereichen geeignete technische Anlagen eingesetzt werden können, hat das Unternehmen Köster eine neue Siloeinfahreinrichtung entwickelt und vom TÜV Süd eine Baumusterprüfung erstellen lassen.

Das modulare Silogestell aus leichtem Aluminium lässt sich zum einfachen Transport in handliche Einzelteilezerlegen und problemlos an jedem Einsatzort aufbauen. Auch der Transport in kleinen Aufzügen mit geringer Traglast ist kein Problem. Die Siloeinfahreinrichtung mit einer Hubhöhe bis 80 m ist überall einsatzfähig.

Gerade in den Bereichen Nahrungsmittel, Futtermittel, aber auch Holzstoffe, werden Silo-Anlagen betrieben, die regelmäßig befahren werden müssen. Auch die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten, Gartenbau (SVLFG) unterstützt beratend Neubauten oder Modernisierungen von Siloanlagen. Für das sichere Befahren von Silos mit einer Siloeinfahreinrichtung gemäß dem aktuellen Stand der Technik empfiehlt das Unternehmen Köster die folgende Checkliste zu prüfen.

Checkliste
Checkliste

Damit es bei der jährlichen Prüfung keine Schwierigkeiten mit der Konformität zur Betriebssicherheitsverordnung, der Maschinenrichtlinie und dem Arbeitsschutz gibt, sollten Betreiber von Siloeinfahreinrichtungen diese Anforderungen beachten. Das Leben, die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer haben höchste Priorität. Sollten einzelne Punkte der Checkliste nicht erfüllt werden, stellt sich die Frage des Nachrüstens oder der Beschaffung einer neuen Anlage. Diese Frage wird immer wieder an das Unternehmen Köster herangetragen. Dabei sind teilweise die Siloeinfahreinrichtungen derart veraltet, dass ein Nachrüsten bzw. Anpassen gar nicht mehrmöglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Schließlich sollen die Anlagen dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Eine neue Anlage mit vorhandener Baumusterprüfung ist in solchen Fällen oftmals günstiger.

Köster bietet Unterstützung bei der Feststellung und Bewertung möglicher Risiken und Gefährdungen an. Gleichzeitig stellt Köster standardisierte und wirtschaftliche Lösungen vor, wie man den erforderlichen Stand der Technik erreichen kann.

Es hat sich herausgestellt, dass sehr häufig ein zweites Tragmittel (Seil), eine Getriebebruchsicherung oder eine Handkurbel für die Rettung nach oben nicht vorhandensind. Bei der neu entwickelten Siloeinfahreinrichtung von Köster ist dies alles selbstverständlich enthalten. Zur Vermeidung von Gefahren und Risiken und der Abwehr persönlicher Schäden müssen Siloeinfahreinrichtungen gem. DGUV Regel 101-005 (Kapitel 6.2) mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen überprüft und falls erforderlich durch neue Anlagen, dem Stand der Technik entsprechend, ersetzt werden.

Siloeinfahreinrichtungen – auf dem neuesten Stand der Technik
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Zulassung von Insektenpulver

Getreidemühlen
/
Getreideverarbeitung
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Proteine
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Lebensmittel
/
Futtermittel
/
Kein Müller duldet in seinem Betrieb Grillen, Mehlwürmer oder andere Schädlinge.
2023
2/1/2023
Zulassung von Insektenpulver für Lebensmittel

Insektenmehle für Lebensmittel haben in den letzten Wochen die Branche in Aufruhr versetzt. Das Informationsdefizit zur Zulassung von Insektenmehlen durch die EU schürt Misstrauen und schadet den Getreideverarbeitern. Das zeigt, wie wichtig es ist, gegenüber Verbrauchern transparent und offen zu kommunizieren. Mit der Mühlenbranche haben Konsumenten einen Partner an der Seite, der Lebensmittel unter strengsten Auflagen herstellt. Unsere Müllerinnen und Müller garantieren, dass in keiner Getreidemühle für Lebensmittel Larven oder Insekten vermahlen werden. Das muss jetzt aktiv in die Öffentlichkeit getragen werden. Dazu der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS in seiner Stellungnahme vom 26. Januar 2023:

 „Mehl bleibt Mehl!“ Mehl und Grieß, dürfen ausschließlich aus gesundem Getreide hergestellt werden, das „frei von lebenden und toten Schädlingen“ ist, wie es in den Einkaufskontrakten der Mühlen heißt. Das jetzt zugelassene „Insektenpulver“ wird in wenigen, gesonderten Produktionsstätten erzeugt. Für die Müllerei spielt weder die Herstellung noch der Einsatz von Insektenpulver eine Rolle.

Wenig Lust auf Food-Insekten

Die Verwendung von Insekten aus industriellen Larvenmastanlagen als Alternative zu herkömmlichen Proteinquellen befürworten nur wenige Verbraucher. Insekten wecken negative Assoziationen wie Schmutz, Krankheiten und Parasiten. Es überwiegen nicht nur in den Kommentaren bei Facebook, Twitter, TikTok oder Instagram Ekel und Ängste. Konsumenten fühlen sich von der Zulassung überrumpelt. Dem Wunsch nach Aufklärung und Transparenz ist die EU zu spät nachgekommen. Auch wenn ihr Social Media Team diesmal erfreulich schnell reagierte und versuchte, die Situation zu retten. Da waren Gerüchte und Horrorszenarien längst in Umlauf. Fragen zu Gesundheitsrisiken durch Insektenpulver in Lebensmitteln sind berechtigt. In Mühle + Mischfutter haben wir mehrfach auf möglichen Befall von Insekten mit Parasiten und Krankheiten sowie auf Veränderung der Insekten durch Massenhaltung und Mast hingewiesen (www.mühle-mischfutter.de). Es ist unbestritten, dass zu den Auswirkungen der industriellen Aufzucht von Insekten, egal ob für Tierfutter oder die menschliche Ernährung noch zu wenig Forschungsergebnisse vorliegen. Der Tierschutzverband hat seine kritische Position u. a. zum Abtöten der Larven in Mühle + Mischfutter Ausgabe 3-4/2022 formuliert.

Rechtslage in Europa

In der europäischen Futtermittelproduktion werden aktuell Erfahrungen mit Insekten aus Mastfarmen gesammelt. Erste Futtermittelmühlen vermahlen unter strengen Auflagen getrocknete Larven aus der industriellen Aufzucht. Vor allem Geflügel- und Fischfarmen verfüttern Insektenmehle. Vorschriften bei der Lagerung und räumlichen Abgrenzung zu allen Prozessen der Lebensmittelherstellung stellen sicher, dass es zu keiner Verunreinigung von Mehlen für den menschlichen Verzehr kommt. Insekten sind seit 2021 in der Europäischen Union (EU) als Lebensmittel zugelassen. Die EU-Verordnung zur Zulassung von Insekten für die menschliche Nahrung wurde im Juli 2018 verabschiedet und trat nach einer Übergangsfrist von drei Jahren in Kraft. Die EU erlaubt vier Arten von Insekten: Mehlwürmer, Wanderheuschrecke, Buffalowurm und Hausgrille.  Die Insekten müssen nach spezifischen Anforderungen gezüchtet und gemästet werden, die die Vermeidung von Krankheiten und Schadstoffen sicherstellen. Alle Insektenprodukte aus der industriellen Larvenmast werden vor der Vermarktung geprüft und zertifiziert, damit sie den EU-Normen für Lebensmittelsicherheit und -qualität entsprechen. Auf der Verpackung müssen Informationen zur Art des Insektenprodukts, seiner Herkunft und zu seiner Verarbeitung abgedruckt sein.  Es gibt bereits Unternehmen, die auf dem deutschen Markt Lebensmittel mit Insekten verkaufen. Snacks aus ganzen gewürzten Grillen, z.B. von Catch-Your-Bug oder Entosus. Chips und Cracker, z.B. von der Marke Pinaks. Insekten-Nudeln, z.B. von Beneto Foods. Mehle aus Insekten oder Larven sind aber für Hersteller noch wegen ihres hohen Preises im Vergleich zum Getreidemehl aktuell ein Nischenprodukt. 

Kennzeichnen vs. Selbstverantwortung 

Wird in einem Lebensmittel Insektenpulver bis zur zulässigen Höchstmenge zugemischt, muss dies nicht gesondert hervorgehoben werden. Es muss auch kein gesonderter Warnhinweis aufgedruckt werden. Obwohl die EU in der Verordnung die Problematik für Allergiker beschreibt, fehle ihr noch der letzte Beleg dafür, dass durch den Verzehr Allergien ausgelöst werden könnten. Bis zur Vorlage von Forschungsergebnissen „ist die Kommission der Auffassung, dass keine spezifischen Kennzeichnungsvorschriften bezüglich des Potenzials von Acheta domesticus (Hausgrille d.V.), eine Primärsensibilisierung auszulösen, in die Unionsliste zugelassener neuartiger Lebensmittel aufgenommen werden sollten.“ (Durchführungsverordnung (EU) 2023/5 der Kommission vom 3. Januar 2023.)

Visuel unterscheiden sich die Nahrungsmittel mit Insektenpulver nicht von herkömmlichen Produkten. Ob ein Produkt Insekten aus der industriellen Larvenmast enthält, erfahren Käufer bis auf weiteres nur durch das Zutatenverzeichnis (wie “teilweise entfettetes Pulver aus Acheta domesticus (Hausgrille)"). Für Allergiker wird neben dem Zutatenverzeichnis darauf hingewiesen, dass es zu allergischen Reaktionen führen kann bei Menschen mit Allergien gegen Krebstiere und Hausstaubmilben. Allerdings müssen bei unverpackten Waren oder in Restaurants Insekten nicht in der Liste der Allergene aufgeführt werden. Die Zulassung gilt ebenso für Fleischersatzprodukte. Es darf zu 5 % aus Insektenmehl bestehen, was in der Zutatenliste angegeben werden muss, denn die EU definiert Insektenpulver als Stoff tierischen Ursprungs. Da es keine rechtsverbindliche Regelung für vegane Produkte in Europa gibt, ist die Verwendung und besondere Kennzeichnung den einzelnen Labels überlassen. Die EU erklärt dazu: Es ist wichtig zu beachten, dass es in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt, sicherzustellen, dass sie die richtigen Informationen erhalten, um ihre Gesundheit zu schützen. 

Insektenfarmen in Vietnam 

Das vietnamesischen Unternehmens Cricket One Co. Ltd hat 2019 bei der EU-Kommission den Antrag gestellt für die Zulassung für teilweise entfettetes Pulver aus Acheta domesticus (Hausgrille) als neuartiges Lebensmittel in der EU. Um diese Genehmigung vom Januar 2023, rankt sich der aktuelle Verbraucherprotest. Die Erlaubnis gilt laut "EU-Verordnung 2023/5" zunächst nur für das antragstellende vietnamesische Unternehmen, das das entfettet Grillenpulver fünf Jahre lang allein verkaufen darf. Zum Nachlesen der Durchführungsverordnung (EU) 2023/5 der Kommission vom 3. Januar 2023 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von teilweise entfettetem Pulver aus Acheta domesticus (Hausgrille) als neuartiges Lebensmittel und zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470

In Südvietnam gibt es keine spezifischen gesetzlichen Regelungen für die industrielle Aufzucht und Mast von Insekten. Insektenfarmen in Vietnam dürfen auch biologische Abfälle verfüttern. In Vietnam haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Insektenfarmen für die Futtermittelherstellung angesiedelt. Die Regulierung und Überwachung der Vorschriften in Vietnam liegt in der Verantwortung der Regierung und der Lebensmittelbehörde. In der EU ist es verboten, Abfälle oder Abfallprodukte zum Mästen der Insektenlarven zu verwenden, da dies eine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit darstellen kann.

Internationalisierung

Die niederländische Firma Protix, laut eigenen Angaben Weltmarktführer bei der Herstellung insektenbasierter Futtermittel, hat für ihren Internationalisierungsplan weitere 50 Mio. € von Investoren erhalten, u. a. vom European Circular Bioeconomy Fund (ECBF), BNP Paribas Principal Investments und die Prince Albert II-Foundation.  Im Juni 2019 hatte Protix die größte Insektenfarm der Welt in Bergen op Zoom eröffnet. Dort stellt sie im industriellen Maßstab aus Lebensmittelabfällen proteinreiche Futtermittel her. Dies sei ein schnell wachsender Markt. Den Zulassungsantrag für gefrorene, getrocknete und pulverisierte Hausgrillen für Lebensmittel hat die niederländische Firma Fair Insects BV bei der EU gestellt. Es hat spezielle Daten zur Produktion, Verarbeitung und zur Sicherheit von Hausgrillen eingereicht. Diese sind für fünf Jahre ab der Durchführungsverordnung am 3. März 2022 geschützt und Fair Insects kann sich allein auf die Zulassung berufen und die Produkte anbieten. Schon 2017 wurde Fair Insects BV von Protix übernommen. Durchführungsverordnung 2022/188 der Kommission vom 10. Februar 2022

Zulassung von Insektenpulver für Lebensmittel
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Schutz vor Cyberangriffen

IT-Sicherheit
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Thomas Gnadl, IT-Sicherheitsexperte, informiert über Hilfen bei der IT-Sicherheit für Unternehmen.
2023
2/1/2023
Cyberangriffe: So können sich Unternehmen schützen

Jeder, der mit Computern umgeht, weiß es mittlerweile: Ein falscher Klick zum falschen Zeitpunkt kann fatale Folgen haben. Nicht nur für einen selbst, sondern am Arbeitsplatz natürlich für die gesamte Organisation. Aktuell nehmen Cyberangriffe auf Unternehmen in Deutschland rasant zu und mittlerweile sind nicht nur die großen, global agierenden Firmen im Fokus der Angreifer, sondern auch kleinere Mittelständler, deren IT-Infrastruktur meist noch nicht ausreichend geschützt ist.

IT-Sicherheitsexperte Thomas Gnadl, Chief Technology Officer (CTO) bei Scaltel
IT-SicherheitsexperteThomas Gnadl,Chief Technology Officer(CTO) bei Scaltel

„Jede Investition in die IT-Sicherheit eines Unternehmens ist eine gute Investition“, sagt IT-Sicherheitsexperte Thomas Gnadl, Chief Technical Officer (CTO), beider Scaltel AG mit Hauptsitz in Waltenhofen bei Kempten (Allgäu). Gerade bei mittelständischen Unternehmen sei das Angriffsrisiko derzeit höher denn je. „Beiden Schutzmechanismen und -strategien herrscht hier noch ein enormer Nachholbedarf. Kein Unternehmen darf das Problem auf die leichte Schulter nehmen. Gleichwohl sind viele Firmen mit der Komplexität der IT-Sicherheit überfordert, gerade auch, weil sie sich keine eigene IT-Sicherheitsabteilung leisten können“, so Gnadl. Sein Vorschlag: Wer sich externe Hilfe holt und den passenden Dienstleister findet, der kann die IT-Sicherheit seines Unternehmens nachhaltig verbessern, und das zu einem überschaubaren Budget.

„Die Inhouse-IT eines Unternehmens kann den Schutz der Infrastruktur in der Regel nicht mehr stemmen, da es diesbezüglich wirkliche IT-Security-Experten benötigt, welche durch den Fachkräftemangel am Markt nicht zubekommen sind oder die Personalkosten wirtschaftlich einfach nicht darstellbar sind. Viel sinnvoller ist es da, einen auf IT-Security spezialisierten Dienstleister zu beauftragen, der sich im Tagesgeschäft auf die Abwehr von Cyberangriffen konzentriert. Da ist die Leistung für die professionelle Rund-um-die-Uhr-Überwachung im24/7-Modus genau definiert und auch Krankheit oder Fluktuation von Mitarbeitern schlagen sich nicht zu Lasten der IT-Sicherheit nieder“, so Gnadl.

Wie wichtig eine funktionierende Verteidigungslinie für die Unternehmen ist, das verdeutlicht Gnadl mit eindrucksvollen Zahlen aus der Praxis. In seinem sogenannten Security Operations Center, kurz SOC, überwacht Scaltel die kompletten Datenströme seiner Kunden. „Pro Tag erreichen uns ca. 10000 bis 50000 sicherheitstechnisch relevante Events. Die meisten werden über unsere Security Plattform mittels künstlicher Intelligenz(KI) und Threat Intelligence (TI) logisch zusammengefasst und als unbedenklich ausgefiltert. Ca. ein Promille der Events müssen dann noch von unseren Security-Experten analysiert und manuell bewertet werden“, so Gnadl. Am Ende gibt es im SOC von Scaltel pro Monat ca. ein bis zehn kritische Security-Vorfälle, aus denen sogenannte Incident-Response-Fälle entstehen, bei denen eine Security-Gruppe zusammengestellt wird und Gegenmaßnahmen beim Kunden eingeleitet werden(Incident Response). „Und die Tendenz ist klar steigend“, so Gnadl, der mit seinem Team mittlerweile auf eine 25-jährige Erfahrung im Bereich von IT-Dienstleistungen und auch der IT-Sicherheit zurückgreifen kann. Die jüngsten Meldungen verdeutlichen diesen Trend. Im Mai 2022 lag die Produktion beim Traktorenhersteller Fendt mit Deutschlandsitz in Marktoberdorf (Allgäu)nach einem Cyberangriff auf den US-Mutterkonzern AGCO mehrere Tage lang still. Die 4500 Mitarbeitenden in Deutschland konnten weder produzieren noch telefonieren. Ein paar Tage später war auch die Behörde in der Nachbarschaft dran: Wegen eines Hackerangriffskappte das Landratsamt Ostallgäu den kompletten Daten- und E-Mail-Verkehr nach draußen.

Ransomware die größte Bedrohung

„Die Zahl der Angriffe wird leider weiter zunehmen. Umso wichtiger ist es, dass sich die Unternehmen besser denn je dagegen schützen“, sagt Thomas Gnadl. Eine der größten Gefahren für Firmen geht bekanntlich von sogenannter Ransomware aus. Mithilfe von Verschlüsselungssoftware legen Hacker Computernetze lahm, um anschließend für die Entsperrung hohe Summen zu erpressen. Ransomware ist dabei nur ein Teil der Angriffswelt. Phishing-Mails zum Ausspähen von sensiblen Daten und DDoS-Attacken, die zur Funktionseinschränkungen führen, sind genauso an der Tagesordnung wie das Ausnutzen von Schwachstellen nicht gepatchter Systeme.

„Jeder Angriff kann fatale Folgen für die Firmen haben. Es geht hier nicht nur um finanzielle Schäden wie zum Beispiel Lösegelder. Bei einer gelungenen Cyberattacke dauert es in der Regel mehrere Wochen und Monate, bis ein Regelbetrieb wieder aufgenommen werden kann, da professionelle Hacker gezielt Backupsysteme manipulieren, sodass diese im Schadensfall wertlossind."

Unternehmen sind sensibilisiert

Die Gefahr durch Cyberangriffe ist den Unternehmen in Deutschland bewusst: Laut dem Risikobarometer des Versicherungskonzerns Allianz schätzen Fach- und Führungskräfte Hackerangriffe als Risiko Nummer eins für ihr Unternehmen ein. Kein Wunder, dass individuell auf Unternehmen zugeschnittene Sicherheitskonzepte und Dienstleistungen wie die Nutzung des Security Operations Center von Scaltel derzeit boomen. „Wir haben so viele Anfragen wie nie zuvor – und das aus allen Branchen“, sagt Thomas Gnadl.

Im Falle des Falles reagieren die Experten aus dem SOC sofort. Über ein vorab mit den Kunden definiertes Notfall-Management starten die entsprechenden Abläufe, wobei die IT-Security-Experten Hand in Hand mit der IT-Abteilung des Kunden zusammenarbeiten. „Im Ernstfall kommt es darauf an, rational die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dieses in der Praxis erprobte Vorgehen ist für den Erfolg der Abwehrmaßnahmen sehr wichtig“, so Gnadl.

Ein Tipp im Verdachtsfall

Sollte im Unternehmen der Verdacht eines Cyberangriffs vorliegen, sollten die betroffenen Computer oder Server laut Thomas Gnadl sofort vom Netzwerkgetrennt werden, entweder durch Ziehen des LAN-Kabels und/oder die Deaktivierung der Netzwerkkarte und der WLAN-Verbindung. Die Computer und Server sollten allerdings nicht komplett runtergefahren werden. „So können unsere Security-Analysten anhand von temporären Speicherdaten den Ursprung und den Hergang des Angriffs besser rekonstruieren. Erst, wenn sich die Isolierung aus dem Netzwerk nicht zeitnah bewerkstelligen lässt, ist das Herunterfahren der betroffenen Endsysteme die nächstbeste Lösung“, erklärt Thomas Gnadl.

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1/31/2023
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